Die Digitalisierung verändert unser Leben – und damit auch unsere Jobs: Einige amerikanische Kanzleien nutzen bereits heute eine künstlich-intelligente Software, die vor Gerichtsverhandlungen wichtige Dokumente eigenständig raussucht.

Andere Programme erledigen das Aktenwälzen für die Juristen: Sie durchsuchen bereits entschiedene Gerichtsurteile oder Prozessakten nach Ähnlichkeiten zum aktuellen Verfahren – quasi Google für Anwälte(New York Times)

Intelligente Technik hilft uns, unseren Arbeitsalltag einfacher zu gestalten.

Aber kann künstliche Intelligenz unsere Berufswelt irgendwann gänzlich übernehmen?

Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass etwa fünf Millionen Jobs in fünfzehn Industrienationen verloren gehen – bis 2020. Und 87 Prozent der Büroangestellten rechnen damit, dass sich ihre To-Dos in den kommenden fünf Jahren stark wandeln werden (NWZ).

Wir haben mit Zukunfts- und Trendforscher Mark Morrison vom Zukunftsinstitut in Wien gesprochen: 

Welche Jobs sind in den nächsten Jahren vor der Roboterübernahme sicher – und welche Berufssparten erleben in Zeiten der Digitalisierung vielleicht ihr Revival?

Und falls du nicht auf den Job-Fortschritt warten willst – probier doch mal, Prinzessin zu werden:

Herr Morrison, konkurrieren die Maschine und ich bald wirklich um Jobs?

Viele Büroangestellte erledigen Aufgaben, die sich dauernd wiederholen, Daten in Exceltabellen eintragen beispielsweise.

Jetzt gibt es Maschinen, die Formulare selbst ausfüllen. Da braucht es zum Schluss nur noch eine Person, die alles überprüft und korrigiert. Das schafft Freiräume für neue Tätigkeitsfelder.

Über Mark Morrison, Trend- und Zukunftsforscher

Mark Morrison arbeitet am Zukunftsinstitut in Wien, der deutsche Sitz ist in Frankfurt. Die Forscher des Zukunftsinstituts beschäftigen sich mit den Trends der Gegenwart: 

Wie sieht unsere Welt in ein paar Jahren aus? Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft? 

Diese Prognosen können uns helfen, den Wandel zu verstehen und einzuschätzen, wie das Potenzial der Zukunft aussehen könnte.

Okay, also safety first! Was sollte ich jetzt studieren, um in zehn Jahren jobtechnisch sicher vor Maschinen zu sein?

Vernetzte Studiengänge. Ein gutes Beispiel ist Bionik, also Biologie und Mechanik. Oder interdisziplinäre Medienwissenschaften: Das Fach kombiniert kreative mit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Aspekten.

Ein weiteres Feld der Zukunft: Alles, was mit dem demographischen Wandel zu tun hat. Die Menschen werden älter, da braucht es Pflegemanager oder Produktentwickler, die sich auf die Bedürfnisse von Senioren konzentrieren.

Technologische Studiengänge werden überall gebraucht, nehmen wir mal die Automobilindustrie: Autos sind mittlerweile rollende Computer, da sind IT-ler mit Expertenwissen gefragt.

Die meisten Berufe werden aber erst in den nächsten Jahren entstehen.


Wie könnte sich das auf das Berufsbild in der Zukunft auswirken?
Weiße Anführungszeichen
Neu und alt werden im Jobsektor verbunden - bald könnte es Unternehmensphilosophen geben.
Mark Morrison, Zukunftsforscher

Im sozialen Bereich sind professionelle Tröster denkbar, die zum Beispiel bei einem Todesfall Hinterbliebene individuell begleiten, also mehr Serviceleistungen anbieten können, als es einem Seelsorger überhaupt möglich ist.

Was mache ich jetzt, wenn ich einen Beruf habe, der nichts mit der Digitalisierung zu tun hat – muss ich umschulen?

Nein, wir erwarten, dass Jobs in den Bereichen Soziales, Schauspiel oder Gestaltung eine Renaissance erleben - alles, was Empathie erfordert.

Das hängt damit zusammen, dass die Menschen sich nach der Digitalisierung auf alte Denkansätze rückbesinnen, Bauchgefühl und Empathie stehen wieder im Fokus. 

Auch Arbeitgeber müssen sich an die Bedürfnisse ihrer Bewerber anpassen - Jobeinsteigern ist es oft genauso wichtig, sich selbst zu verwirklichen und genug zu verdienen, dass sie auf eigenen Beinen stehen können.


Mehr zum Thema Arbeiten 2.0 erfährst du hier: 

Jobs, die eigentlich Empathie brauchen, wurden in den letzten Jahrzehnten eher rationalisiert, machen Sie sich da wirklich Hoffnungen?

In den kommenden Jahren müssen wir lernen, emphatische Jobs wieder mehr wertzuschätzen.

Hier findet bereits ein Umdenken statt: Es gibt immer mehr kleinere Geschäfte in großen Städten, die sich wieder als persönliche Berater verstehen und die Nähe zum Kunden suchen. Empathie bekommt als Wirtschaftsfaktor in der Zukunft einen neuen Stellenwert.

Empathie bekommt als Wirtschaftsfaktor in der Zukunft einen neuen Stellenwert.
Mark Morrison, Trend- und Zukunftsforscher

Die Rationalisierungsschraube lässt sich ja auch nicht ins Unendliche weiter anziehen.

Und umschulen geht trotzdem?

Ja, statt klassischer Lebensläufe wird es viel mehr „Double-Slash“-Biographien geben, also Menschen, die sich dazu entscheiden, sich beruflich neu zu orientieren. 

Was ist mit denen, die nicht ewig lernen wollen oder können? Werden die abgehängt? 

Im Moment ist unser Bildungssystem ein starker sozialer Filter, aus systemischer Sicht ist Ausgrenzung von bestimmten Menschen geradezu erwünscht. Das erschwert natürlich die Einstiegsmöglichkeiten in das System enorm.

Ich denke, wir müssen Bildung neu betrachten: Wie soll sie in Zukunft aussehen? Welche Möglichkeiten haben wir durch die Digitalisierung, Bildung sozial-gerechter zu gestalten? Das müssen wir als Gesellschaft neu verhandeln.

Aber es wird wohl trotzdem weiterhin das Motto gelten: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied."

Die nächsten 20 Jahre arbeitest du noch klassisch am Schreibtisch? Dann mach den Test –  welcher Büro-Typ bist du?

Haha

Welches Lied wünschst du dir besoffen beim DJ?

Viele von uns kennen den Moment: Es ist Samstagnacht, du bist auf einer Party und hast schon ein paar Gläschen hinter dir. 

Und obwohl du eigentlich nicht so der Tänzer bist (oder doch?), hast du plötzlich extrem Bock auf die Tanzfläche. So richtig gefällt dir die Musik aber noch nicht – also machst du dich erst mal auf den Weg zum DJ.