Eine Umfrage der EU hat ergeben, dass eine deutliche Mehrheit dafür wäre, die Zeitumstellung abzuschaffen (bento). Wie genau das jetzt ablaufen könnte, hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Mittwoch im EU-Parlament vorgestellt: Seine Behörde legte einen Gesetzesvorschlag vor.

Die Umfrage an sich ist allerdings nicht wirklich repräsentativ: Nur weniger als ein Prozent der EU-Bürger hatten daran teilgenommen – und davon waren zwei Drittel Deutsche (bento).

Die Zeitumstellung gehört abgeschafft.
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

Wann soll die Zeitumstellung abgeschafft werden?

Am liebsten wäre es der EU-Kommission, wenn die EU-Bürger im März 2019 das letzte Mal die Uhr umstellen müssten. So steht es in dem Gesetzesvorschlag. 

Was muss bis dahin passieren?

Voraussetzung für diesen Zeitplan ist, dass das Europaparlament und die EU-Staaten dem Vorschlag der EU-Kommission bis spätestens März 2019 zustimmen. 

  • Die Länder könnten dann selbst entscheiden, ob sie dauerhaft in der Sommer- oder in der Winterzeit bleiben wollen.

Sommer- oder Winterzeit? Was bleibt?

In der Online-Umfrage entschied sich eine knappe Mehrheit für die Sommerzeit. Trotzdem sollen die EU-Länder noch einmal einzeln entscheiden, ob sie lieber in der Sommer- oder in der Winterzeit bleiben möchten – also im März 2019 oder im Oktober 2019 das letzte Mal die Uhr umstellen.

  • Es wäre natürlich am einfachsten, wenn sich alle Länder für die gleiche Zeit entscheiden würden, um ein großes Durcheinander an verschiedenen Zeitzonen innerhalb der EU zu vermeiden.
  • Die EU-Kommission werde deshalb Gespräche zwischen den einzelnen Ländern fördern.  

Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der EU. In Deutschland und 16 weiteren Staaten herrscht dieselbe Zeit. Acht Länder – unter ihnen Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland und Zypern – sind eine Stunde voraus. Drei Staaten sind eine Stunde zurück, nämlich Irland, Portugal und Großbritannien.


Warum hatten wir überhaupt eine regelmäßige Zeitumstellung?

Seit 1980 gibt es in Deutschland die Zeitumstellung. Sie wurde damals eingeführt, um Energie einzusparen, indem das Tageslicht besser genutzt wird. Eine Nachwirkung der Ölkrise 1973. Seit 1996 stellen die Bürger aller EU-Länder die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober eine Stunde zurück.

Für die Zeitumstellung spricht: Laut Umweltbundesamt sparen die Deutschen dank der Zeitumstellung tatsächlich Strom. Sie stellen im Sommer abends seltener das Licht an.

Aber: Im Frühjahr und Herbst heizen sie morgens mehr.

Gegen die Zeitumstellung spricht auch: Einige Mediziner sehen Gesundheitsrisiken. Schlafforscher warnen, empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem zeitlichen Hin und Her haben – samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Darum diskutieren deutsche Politiker über einen Militärschlag gegen Syrien
Wir klären die vier wichtigsten Fragen.

Die Provinz Idlib ist die letzte Rebellenhochburg in Syrien. Es wird erwartet, dass eine großangelegte Offensive des Assad-Regimes kurz bevorsteht. Bereits jetzt nehmen die russisch-syrischen Angriffe auf das Gebiet zu.