Winterzeit is coming.

Es ist wieder soweit: Sonntag können wir alle eine Stunde länger schlafen oder nachts eine Stunde länger feiern. Durch die Umstellung auf die Winterzeit bekommen wir eine Stunde geschenkt.

Wie funktioniert die Umstellung?

Die technische Erklärung: Am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr wird die Zählung um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Dann ist wieder Normalzeit. Am letzten Sonntag im März um 2 Uhr wird die Zählung auf 3 Uhr vorgestellt und es ist Sommerzeit.

Die einfache Erklärung: Weitgehend automatisch. Smartphones, Computer, Funkuhren, all das stellt sich von selbst um. Bei Backöfen, Thermostaten, alten Weckern und alten oder billigen Armbanduhren muss man wahrscheinlich selbst ran.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Der Bundestag hat im Zeitgesetz von 1978 die Bundesregierung ermächtigt, die Sommerzeit einzuführen. 1980 machte die Regierung von diesem Recht Gebrauch und verordnete die Sommerzeit (Bundestags-Drucksache, PDF-Datei). Die Europäische Union schreibt die Sommerzeit seit dem Jahr 2000 in einer eigenen Richtlinie fest.

Die Länder in blau machen mit bei der Sommerzeit, Länder in grau haben sie wieder abgeschafft und Länder in rot verzichten darauf. Um den Äquator sind die Tage und Nächte kaum unterschiedlich lang.(Bild: Wikipedia, CC BY-SA)
Aber warum nur?

Andere europäische Länder hatten sich bereits für die Sommerzeit entschieden, um das Tageslicht besser auszunutzen. Ein weiterer Grund war die Ölkrise, man erhoffte sich Einsparungen beim Energieverbrauch.

Ist das sinnvoll?

Mittlerweile weiß man: Dem geringeren Stromverbrauch für Beleuchtung steht ein höherer Verbrauch beim Heizen gegenüber. Der Einsatz von Energiesparlampen wird das noch verschärfen.

Außerdem klagen Versicherer über acht Prozent mehr Unfälle und 15 Prozent mehr Krankmeldungen am Montag nach der Umstellung auf die Sommerzeit.

Ist die Sommerzeit Konsens?

Eben jene Versicherer haben eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben und von Forsa 1001 Menschen in Deutschland befragen lassen. Ergebnis: Drei Viertel lehnen die Zeitumstellung ab. Im Osten sind es sogar 84 Prozent. Allerdings wurde die Umfrage im Februar durchgeführt, also vor Umstellung auf Sommerzeit.

Die CSU in Bayern will die Sommerzeit schon seit Jahren abschaffen. Ilse Aigner, die stellvertretende Ministerpräsidentin, will der Bevölkerung keine "sinnlose Umstellerei" mehr zumuten und fordert von der EU-Kommission "konstruktive Vorschläge zur Abschaffung der Zeitumstellung". Bei dem Vorhaben hat sie den Chef der deutschen Unionsabgeordneten im Europaparlament, Herbert Reul, an ihrer Seite. Der will alle parlamentarischen Mittel nutzen. (Welt)