Was ist passiert?

In Barcelona hat der YouTuber "ReSet" Oreo-Kekse mit Zahnpasta gefüllt und sich dabei gefilmt, wie er die Packung zusammen mit einem 20-Euro-Schein einem Obdachlosen gibt. Danach machte er sich über ihn lustig, sagte, jetzt habe er wenigstens saubere Zähne. Der Obdachlose, ein 52-Jähriger aus Rumänien, aß von den Keksen und musste sich übergaben. 

Das Video von Anfang 2017 hat nun ein Nachspiel vor Gericht: Ein spanischer Staatsanwalt fordert bis zu zwei Jahre Haft und eine Zahlung von 30.000 Euro als Entschädigung an das Opfer. (The Telegraph)

Wer ist ReSet?

Der 20-Jährige heißt eigentlich Kanghua Ren und hat auf seinem YouTube-Kanal mehr als 1,2 Millionen Abonnenten. Neben Gaming-Videos filmt er sich immer wieder auch bei Pranks – und verdient damit Geld. Mehr als 2000 Euro aus Werbeeinahmen waren es allein zwischen Januar und März 2017, wie aus einer Anfrage des Gerichts bei YouTube vorging. 

Aus Gerichtsunterlagen geht außerdem hervor, dass ReSet ein Jahr zuvor mit Katzenexkrementen gefüllte Sandwiches alten Menschen und Kindern angeboten hatte. (El País)

Wie ging es weiter?

Nachdem das erste Video in den Kommentaren Empörung hervorgerufen hatte, ging ReSet erneut mit der Kamera zu dem Obdachlosen und verteidigte sein Video: "Die Leute übertreiben bei Witzen gegenüber einem Obdachlosen auf der Straße, wenn sie mit Sicherheit bei einem normalen Menschen nichts sagen würden." Als er schließlich ein drittes Mal bei dem 52-Jährigen auftauchte und ein Video mit ihm machen wollte, rief eine Frau die Polizei

Der Obdachlose sagte, der YouTuber habe ihm 300 Euro für sein Stillschweigen angeboten. Außerdem habe man ihn noch nie so schlecht auf der Straße behandelt: "Alle benehmen sich gut." In der nahegelegenen Bar, in der sich der Mann nach dem Essen der Oreos übergeben hatte, werde ihm außerdem Essen und Kleidung gegeben. (El País)


Future

Junge Professoren fordern Abschaffung der Lehrstühle
Faire Departments statt allmächtige Professoren

Professoren ohne Selbstbeherrschung, persönliche Beleidigungen, Mobbing. An deutschen Hochschulen und Forschungsinstituten arbeiten viele Doktoranden und Postdocs unter extrem schwierigen Arbeitsbedingungen – verursacht durch ihre Vorgesetzten: Machtvolle Lehrstuhlinhaber und Institutsleiter.

Nicht nur Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen, sondern auch viele junge Professoren und Professorinnen fordern inzwischen, dass sich am System etwas ändern muss. "Jeder, der in Deutschland Professor werden will, macht die gleichen Erfahrungen. Er wird ausgenutzt, ist befristet angestellt, hat Existenzängste", sagt Tilman Reitz, Soziologie-Professor an der Uni Jena.