Bild: dpa/AP/Jeff Chiu
Was wir darüber wissen

Am Dienstag kam es in der Hauptzentrale von YouTube im kalifornischen San Bruno zu einer Schießerei.

Was wir darüber wissen:

  • Bei der Täterin handelt es sich um Nasim Aghdam. Die 39-jährige, aktive YouTuberin war PETA-Aktivistin und hatte einen eigenen YouTube-Kanal, den das Unternehmen offenbar sperrte.
  • In einem Video kritisierte Aghdam YouTube dafür, Follower verloren zu haben. Der Konzern "diskriminiere" sie. Sie sagte: "In der echten Welt gibt es keine Redefreiheit und du wirst unterdrückt, wenn du die Wahrheit sagen willst, die das System nicht stützt. Deine Videos werden herausgefiltert, so dass Nutzer sie kaum sehen."
  • Kurz zuvor soll die Polizei Aghdam schlafend auf einem Parkplatz gefunden haben und fand heraus, dass sie in Südkalifornien als vermisst galt.
  • Aghdam soll später auf einer Terrasse des Konzerns, auf der Menschen aßen, um sich geschossen haben. 
  • Später erschoss sie sich selbst.
  • Es gab drei Verletzte. (NBC, ABC)

Über den Hashtag #YouTubeShooting verbreitete sich die Nachricht der Schießerei über Twitter. Mitarbeiter des Unternehmens berichteten, wie sie die Situation erlebt haben. 

US-Präsident Donald Trump reagierte wie immer: auf Twitter, indem er seine Anteilnahme aussprach. 

Nach dem letzten Amoklauf an der Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, scheint seine Reaktion auswendig gelernt und beinahe parodistisch. 

17 Menschen waren bei dem Amoklauf am 14. Februar umgekommen. Danach kam es zu massiven Protesten in den USA, die Überlebenden haben die Anti-Waffenbewegung neu belebt. Beim "March for our lives" kamen mehr als eine Millionen Menschen zusammen.

Doch statt strengere Waffengesetze zu erlassen, reagiert die Politik: mit durchsichtigen Rucksäcken.

Die Schüler von Parkland müssen jetzt ihre Schulbücher in transparenten Plastikrucksäcken herumtragen – damit sie keine Waffen in die Schule schmuggeln können. 

Bleiben Waffenlobby und Politik stur, dürfte der Hersteller dieser Rucksäcke also bald das Geschäft seines Lebens machen – mit dem nächsten Großkunden: YouTube.

Mehrere Tech-Unternehmer forderten nach der Schießerei nun ihrerseits strengere Waffengesetze. Twitter CEO Jack Dorsey schrieb: "Wir können nicht immer nur reagieren, beten und denken, es wird nicht wieder passieren, an unseren Schulen, auf der Arbeit oder öffentlichen Plätzen. Es ist längst Zeit, unsere Gesetze anzupassen." Die Chefs von Uber, Apple und Amazon pflichteten ihm bei. (Mashable)


Gerechtigkeit

So protestieren Parkland-Überlebende gegen lächerliche Rucksäcke, die sie schützen sollen
"Die werden das Gewaltproblem nicht lösen."

17 Menschen tötete ein Amokläufer in der Marjory Stoneman Douglas Higschool. Seitdem haben viele Amerikaner vor allem eine Forderung: Schützt endlich unsere Schüler.

Ganz vorne mit dabei: Die Schülerinnen und Schüler selbst. Sie mobilisierten Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt für den "March for our Lives", hielten bewegende Reden und forderten härtere Waffengesetze.