Es gibt Geschichten, die einen gleichzeitig ratlos und erstaunt zurücklassen. So, wie diese Geschichte der US-Amerikanerin Tia, die ihr Kind ganz alleine zu Welt brachte – mithilfe von YouTube-Videos. Bitte was?

Okay, vorab die Kurzversion:

Die gesamte Geschichte hat Tia bei Twitter aufgeschrieben. Als sie herausfand, dass sie schwanger ist, war sie bereits im siebten Monat. Zunächst merkte sie nichts davon. 

Die Tatsache, dass ihre Periode ausblieb, war für sie normal – sie nahm eine Sorte der Pille, die die Periode unterdrückt. Sie nahm außerdem nicht an Gewicht zu. 

Irgendwann musste sie sich dennoch eingestehen, dass sie schwanger war.

Eine Schwangerschaft passte zu diesem Zeitpunkt nicht in ihre Lebensplanung – also versuchte sie es, soweit es ging, zu verdrängen. Sie hatte bereits Flugtickets für eine Reise nach Deutschland gekauft und wollte sich diesen Urlaub keinesfalls entgehen lassen. 

Auf ihrer Reise machte sie einen Zwischenstopp in Istanbul. Noch im Flugzeug bekam Tia allerdings Bauchkrämpfe. Da sie im Flugzeug etwas Lachs gegessen hatte, schob sie es darauf. Schließlich lag der errechnete Geburtstermin zu diesem Zeitpunkt auch noch in der Zukunft. Sie versuchte die Schmerzen wegzuschlafen, doch es wurde nicht besser. 

Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel wird Tia klar: Sie ist in den Wehen, kann sich kaum noch auf den Beinen halten und hat starke Schmerzen. Doch sie entscheidet für sich, dass sie das Kind auf keinen Fall mitten auf der Straße bekommen möchte – und schleppt sich ins Hotel. 

Während die meisten Menschen nach einem Krankenhaus oder Arzt suchen würden, wählt Tia einen anderen Weg: Sie sucht auf YouTube nach Erklärvideos. 

"Also, habe ich wie ein echter Millenial auf YouTube gesucht. Wenn mir sonst niemand helfen kann, kann es immerhin das Internet. Ich sitze also alleine in einem Hotelzimmer und lerne, wie ich mein eigenes Kind bekomme," schreibt sie bei Twitter. 

Nach einigen Videos entschied sie sich für eine Geburt im Wasser. Sie ließ also die Badewanne volllaufen, nahm sich zwei Handtücher und legte los. Sie sei während der ganzen Situation nicht einmal ausgeflippt: "Es ist seltsam, wie fokussiert eine Person wird, wenn der Körper voll mit Adrenalin ist." 

Sie beschreibt, wie sie den Anweisungen im Internet Schritt für Schritt gefolgt sei. Dass sie mit dem Pressen erst anfangen solle, wenn zwischen den Wehen nur noch zwei Minuten lägen zum Beispiel. Diesen Punkt hätte sie zu diesem Zeitpunkt allerdings längst überschritten gehabt:

Dann sei alles sehr schnell gegangen – und das Baby ploppte in die Badewanne. 

Danach machte sie das Hotelzimmer sauber, stillte das Kind und ging ins Bett. Gedanken machte sie sich darum erst wieder am nächsten Tag, schließlich wollte Tia eigentlich fliegen und brauchte nun natürlich einen weiteren Pass, neben ihrem eigenen. Also ging sie zum Istanbuler Flughafen, um sich dort zu informieren. 

Nachdem sie den Mitarbeitern dort erklärt hatte, dass es kein Fall von Menschenhandel ist, bekam sie dort Hilfe und wurde zur US-amerikanischen Botschaft geschickt. Abgesehen von jeder Menge Aufregung und Pressefotografen, konnte Tia sich jetzt ein bisschen ausruhen. 

Sie beschloss, ein paar Tage in Istanbul zu bleiben, um sich zu erholen – ihr Freund besuchte sie dort. 

Die gesamte Geschichte kannst du mit allen Einzelheiten übrigens bei Twitter nachlesen.

So kurios und beeindruckend die Geschichte auch erstmal klingt: Tia hatte großes Glück, dass sie alles gut überstanden hat und es ihr und dem Baby gut geht. Eine Geburt kann mit Komplikationen verbunden sein, die sich nicht alleine mit YouTube-Videos lösen lassen.


Gerechtigkeit

AfD will Gesetz zur Volksverhetzung umschreiben. So hart reagiert diese Politikerin
Die Reaktion der Rechtspopulisten: "Hetzerin!"

Im Bundestag war es am Freitagabend so lebendig, wie selten. Abgeordnete haben geschrien, dazwischengerufen. Irgendwann fiel das Wort "Hetzerin", Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble musste mehrfach zur Ordnung rufen.

Was war passiert? Die AfD hatte einen Antrag gestellt.

Die Partei will den seit mehr als 50 Jahren bestehenden Paragrafen zur Volksverhetzung umschreiben lassen. Der Paragraf (§ 130 StGB) regelt den Schutz von Minderheiten in Deutschland. Wer gegen andere aufgrund ihrer nationalen, rassischen, religiösen oder ethnischen Herkunft hetzt, kann bestraft werden. So simpel.