Bild: dpa / Frank Rumpenhorst

Ist es okay, wenn muslimische Frauen in der Uni Kopftuch tragen? 

An der Uni Würzburg hat diese Frage einen Streit ausgelöst.

Eine Professorin forderte ihre Zuhörer noch vor ihrer Politik-Vorlesung auf, ihre Kopfbedeckungen während der Veranstaltungen abzulegen. Damit meinte sie nicht nur Mützen oder Hüte, sondern auch Kopftücher (Augsburger Allgemeine).

Eine 19-Jährige türkischstämmige Studentin weigerte sich, ihres abzunehmen – woraufhin die Professorin auf die in Deutschland vorherrschende Trennung zwischen Kirche und Staat hinwies und sie noch einmal bat, das Tuch in ihrer Vorlesung ab sofort nicht mehr zu tragen.

Die Studentin soll Medien zufolge daraufhin die in der Demokratie gesetzlich verankerte Religionsfreiheit erwähnt haben und nicht weiter auf die Forderung der Professorin eingegangen sein.

Andere Studenten unterstützten die junge Frau lautstark und solidarisierten sich, in dem sie den Hörsaal verließen. Nach zehnminütiger Pause setzte die Professorin die Vorlesung fort.

Auch die Deutsch-Türkin ließ den Vorfall nicht unkommentiert.

Der Main-Post sagte sie später, sie sei noch nie so belästigt worden. Auch die Studentenvertretung der Uni Würzburg kritisierte die Professorin scharf – in einem Facebook-Beitrag, der gerade in immer mehr Timelines auftaucht. 

"Während sie [die Professorin, Anm. d. Red.] einerseits den Respekt der Studierenden einforderte, verhielt sie sich selbst durch die Gleichsetzung von Kopftüchern mit allen anderen Kopfbedeckungen äußerst respektlos", heißt es in dem Beitrag. Durch das Verhalten der Professorin sei eine Grenze überschritten. 

Eine solche Ignoranz ist nicht zu entschuldigen
Studentenvertretung Uni Würzburg

"Insbesondere erklärte die Professorin, die Studierenden würden ihre Position lediglich nicht verstehen, weil sie selbst einer anderen Generation angehöre. Eine solche Ignoranz der Religionsfreiheit gegenüber ist in keinster Weise durch Generationsunterschiede zu entschuldigen."

Während die Professorin selbst über eine Stellungnahme der Uni Würzburg mitteilte, sie bedaure die "Missverständnisse, die sich aus der Artikulation ihrer persönlichen Missbilligung ergeben haben" (Hamburger Abendblatt), fordern die Studenten in den sozialen Netzwerken Konsequenzen.

Bislang gab es die noch nicht. 


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