Bild: Ronaldo Schemidt/WORLD PRESS PHOTO/AFP/KEYSTONE/dpa
Es entstand bei Unruhen in Venezuela.

Ein Mann rennt über die Straße, auf dem Kopf trägt er eine Gasmaske, wie so viele Demonstranten in Venezuela, die sich vor dem Tränengas der Polizei schützen wollen. Der Oberkörper des Mannes steht in Flammen

Genau in diesem Augenblick drückt Ronaldo Schemidt auf den Auslöser seiner Kamera und fängt damit diesen spektakulären Moment während der Unruhen in Venezuela ein. Das Bild wurde jetzt beim Wettbewerb World Press Photo als bestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet.

"Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging", sagte Schemidt. (SPIEGEL ONLINE)

Wer ist auf dem Bild zu sehen?

Der Mann auf dem Bild ist José Víctor Salazar Balza. Er hatte im Mai 2017 an den Protesten gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in der Hauptstadt Caracas teilgenommen, als neben ihm der Tank eines Motorrads explodierte. Er überlebte mit schweren Brandwunden.

60 Prozent seines Körpers erlitten Verbrennungen dritten Grades. Das Krankenhaus konnte er zwar mittlerweile verlassen, doch auch heute, nach 42 Operationen, ist der 28-Jährige noch immer in Behandlung.

Laut Whitney C. Johnson von der Jury des World Press Photo repräsentiere der brennende Mann auch die "Idee von einem brennenden Venezuela". Der 46-jährige Schemidt ist selbst Venezulaner, verließ das Land aber bereits vor 18 Jahren und lebt in Mexiko. Auch Schemidts Verwandte litten unter Hunger. Er wisse daher, "was Venezuela durchmacht", erklärte Schemidt.

Was ist in Venezuela los?

In dem Land kam es vor allem im vergangenen Jahr zu gewalttätigen Protesten, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Hunderttausende gingen auf die Straßen, um gegen die Regierung zu protestieren.

Einst war Venezuela eines der reichsten Länder Südamerikas – heute steckt es in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Demonstranten werfen dem sozialistischen Präsident Maduro vor, eine Diktatur zu errichten und das Parlament zu entmachten. Immer wieder werden Regierungskritiker verhaftet. Vor allem junge Menschen sorgen sich um ihre Zukunft, viele wollen das Land verlassen.

Auch heute noch kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und der Polizei. Es herrscht enorme Inflation, das Geld ist fast nichts mehr wert. Weil die Menschen unter Hunger leiden, nehmen auch die Plünderungen von Supermärkten zu. (bento)


Future

Für die Karriere bleiben oder gehen? So haben sich junge Leute aus der Provinz entschieden
#diesejungenLeute auf dem Dorf

Was bindet uns an zu Hause? Vielleicht genau das Gleiche, was uns manchmal davon treibt? Der Job, die Liebe, die Familie, die Bequemlichkeit der Heimat.

Nach der Schule stellt sich die Frage, manchmal erst nach der Ausbildung oder wenn der nächste Karriereschritt wartet: Gehen oder bleiben? Für immer in der Ferne leben oder zurückkommen?

In Viechtach, nicht mal 10.000 Menschen leben hier, mitten im Bayrischen Wald, zwischen Prag und München, wo die Waldbahn nur einmal die Stunde fährt, wo ein Wolf über die Felder zieht und die nächste Großraumdisco 15 Minuten Autofahrt entfernt liegt, haben wir junge Leute gefragt, wie sie sich entschieden haben.