Sieben Dinge, die du wissen musst

Snapchat-Filter hübschen die Haut auf, sie wird matt, pickellos, ebenmäßig. Sie können die Augen blau machen oder kugelrund, wie bei einem Baby. Ist doch nett. 

Was könnte da schon schief gehen?

Einiges. Zum Beispiel kann sich das Selbstbild verändern. 

Dafür gibt es sogar schon einen Namen: Snapchat-Dysmorphophobie. Vor wenigen Tagen ist ein Meinungsstück in einer US-amerikanischen medizinischen Fachzeitschrift erschienen, das sich mit der Störung beschäftigt. Und mit dem Phänomen, dass sich immer mehr junge Menschen in den USA Schönheits-OPs unterziehen, um im echten Leben so auszusehen wie in ihren Selfies.

Das musst du darüber wissen:

  • Drei plastische Chirurgen schreiben, dass Filter die Wahrnehmung von Schönheit verändert haben – hin zur Perfektion.
  • Foto-Filter können einen negativen Einfluss auf das Selbstbild haben. Das eigene Aussehen wird im Vergleich zu dem Idealbild als unangenehm empfunden und im schlimmsten Fall führt dies zu einer Dysmorphophobie – also zur Ablehnung des eigenen Körpers.
  • Das Störungsbild bedeute mehr als eine bloße Unsicherheit bezüglich des Körpers oder einen Mangel an Selbstsicherheit. Dysmorphophobe Menschen nähmen viel auf sich, ihre empfundene Unvollkommenheit zu verstecken und würden häufig zwanghafte Verhaltensweisen entwickeln, wie etwa ständiges Haarebürsten. Manche würden sogar einen plastischen Chirurgen aufsuchen, um ihr Aussehen zu verändern.
  • Eine Studie habe den Effekt von bearbeiteten Selfies auf junge Frauen untersucht. Das Ergebnis: Sie fühlen sich relativ unwohl in ihrem Körper und messen ihrem Gewicht und ihrer Körperform eine sehr wichtige Rolle zu.
  • Außerdem würden diese jungen Frauen soziale Medien vermehrt für Selbstbestätigung nutzen. Je höher die Interaktion, desto größer das Problem mit dem eigenen Körper.
  • Laut der International OCD Foundation betrifft Dysmorphophobie eine von 50 Personen. OCD steht für "obsessive compulsive disorder", auf Deutsch "Zwangsstörung".
  • Die plastischen Chirurgen erwähnen, dass Snapchat-Dysmorphophobiker unters Messer wollten, um ihren gefilterten Selfies ähnlicher zu sehen.

Im Artikel heißt es:

Das ist ein alarmierender Trend, weil diese gefilterten Selfies häufig ein unerreichbares Aussehen darstellen und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie für diese Patienten verwischt.

Die plastischen Chirurgen raten Betroffenen, sich nicht unters Messer legen, sondern sich psychotherapeutische Hilfe zu suchen.


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