Hunderttausende sind am Samstag in den USA zusammengekommen, weltweit sollen es mehrere Millionen gewesen sein (Vox): Beim Women's March ist die Empörung und Wut über Donald Trump, seine Einstellung gegenüber Frauen, Minderheiten und Ausländern beeindruckend sichtbar geworden.

Er war ein Signal an den neuen US-Präsidenten, dass die Menschen sich nicht unterkriegen lassen, ihre Wünsche lautstark äußern und für ihre Rechte eintreten werden.
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Doch wie viel bleibt davon übrig? War es nur dieser besondere Samstag und jetzt kehrt wieder der Alltag ein?

Wenn politischer Protest wirklich etwas bewirken soll, dann muss er die Menschen aktivieren. Und zwar mittel- bis langfristig, nicht nur an einem einzigen Tag. Das neue Ziel heißt: vom Marsch zur Bewegung. Die Organisatoren des Women's March haben daher nun die nächste große Kampagne begonnen.

"10 in 100" heißt diese. Zehn Aktionen in hundert Tagen. Alle zehn Tage wird eine neue Idee, wie man aktiv werden kann, auf der Webseite veröffentlicht. Aktuell ist es die Aufforderung an US-Amerikaner, eine Postkarte an ihren jeweiligen Senator zu schreiben – mit den Themen, die ihnen am meisten am Herz liegen. (Politico). Vielleicht schafft diese Form von Graswurzel-Aktivismus, aus dem großen Marsch viele kleinere Bewegungen zu machen.

Wir haben wütende Trump-Gegner beim Women's March in Washington getroffen:

Auch offline arbeiten jetzt diverse Gruppierungen daran, die Teilnehmer weiter für ihre Ziele zu mobilisieren. Die Arbeitsrechtsorganisation "National Domestic Workers Alliance" veranstaltete nur einen Tag nach dem Marsch ein Netzwerk-Event in Washington. "Emily", eine Organisation für die Förderung von Politikerinnen, lud zeitgleich zum Workshop, genau wie die Bürgerrechtsorganisation "Black Lives Matter". Mehrere tausend Menschen folgten den Einladungen.

Die Interessen der Gruppen sind oft sehr unterschiedlich, doch wie eine Frauenrechtsaktivistin Gloria Steinem zu Buzzfeed sagte: "Das Wichtigste ist, dass wir einander kennenlernen." Wer zusammen Schuhe kaufe, der könne sich auch gemeinsam organisieren, so Steinem.

Die besten Plakate auf dem Women's March
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Today

Die AfD will Höcke in der Partei behalten

Die AfD hat sich entschieden: Rechtsextreme Ideen sind in der Partei willkommen. Denn am Montag hat sich die Parteiführung gegen ein Parteiausschlussverfahren des Thüringer Landeschefs Björn Höcke gestimmt (tagesschau.de).

Höcke gilt als Rechtsaußen in der Rechtsvondermittepartei – und ist deshalb umstritten. Vergangene Woche hielt er in Dresden eine Rede, in der er die deutsche Erinnerungskultur angriff (bento). Seine krude These: Das Gedenken an den Holocaust und das Mahnmal für die ermordeten Juden würde die deutsche Identität unterdrücken. In der AfD wurde daher darüber nachgedacht, sich von Höcke zu trennen. Die AfD-Chefin Frauke Petry soll laut der "Thüringer Allgemeinen" dafür gewesen sein.