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Wie zum Teufel konnte Donald Trump überhaupt an die Macht kommen?

Nach dem gestrigen Tag stellten sich wohl viele wieder einmal diese Frage, denn die Straßen der großen US-Städte waren gefüllt von seinen Gegnern. Beim Women's March protestierten Hunderttausende gegen den neuen Präsidenten – gegen Fremdenhass und Rassismus und für Frauenrechte.

Allein in Washington gingen mehr als eine halbe Million Menschen auf die Straße. Zum Vergleich: Bei Trumps Vereidigung kamen lediglich rund 250.000 Menschen zusammen.

Hier sind die beeindruckenden Plakate der Protestaktion:
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Wir waren in Washington dabei und haben die Demonstranten gefragt: Was regt euch auf? Eine der Demonstrierenden erzählt zum Beispiel: "Diese Demo bestärkt mich darin, etwas gegen Trump und seine frauenfeindlichen Äußerungen zu unternehmen. Bislang wusste ich zwar, dass viele gegen ihn sind, aber ich wusste nicht genau, was man tun kann. Jetzt hat meine Mutter mit einer anderen Frau, die wir hier getroffen haben, schon eine weitere Aktion geplant." Hier sind die Protokolle der Wut.


Gerechtigkeit

Wir haben wütende Trump-Gegner beim Women's March in Washington getroffen
"Wir lassen uns von Trump nicht einschüchtern"

Überall sind pinke Strickmützen. Am Samstag, einen Tag nach Trumps Amtseinführung, protestieren mehrere Hunderttausend Menschen in Washington für die Rechte von Frauen. Fotos legen nahe, dass mehr Menschen zum Women's March gekommen sein könnten als zu Trump. So viele, dass der Marsch in Richtung Weißes Haus ausfallen muss. Es ist einfach kein Platz mehr.

"This is what democracy looks like", rufen sie, und "No Trump, no KKK, no fascist USA". Viele haben Schilder gebastelt und Glitzer im Gesicht, sie jubeln, als überraschend Madonna auftritt. Die hält eine wütende Rede und singt: "Donald Trump, suck a dick!" In vielen anderen Städten – Los Angeles, Boston, Chicago, Denver – sind ebenfalls Hunderttausende zum Women's March auf den Straßen.

In Washington ist die Innenstadt völlig verstopft: In der U-Bahn steht man mehr als eine Stunde in der Schlange, die Wartezeiten an den Dixi-Klos und Verpflegungsständen sind noch länger. Aber trotz der unfassbar vielen Menschen – oder vielleicht gerade auch wegen – ist die Stimmung ausgelassen. Überall kann man spüren: Diese Menschen wollen gehört werden.