Bild: Frazer Harrison / Staff / Getty Images
4 Fragen, 4 Antworten.

Will Smith ist schon längst nicht mehr nur ein Rapper, der zufällig auch schauspielert. Inzwischen ist er ein angesehener Schauspieler und Filmproduzent

Und jetzt anscheinend auch ein internationaler Unternehmer, denn er hat gerade zusammen mit dem deutsch-schweizerischen Regisseur Marc Forster ("James Bond – Ein Quantum Trost", "World War Z") das Filmunternehmen "Telepool" aus München gekauft. 

Warum das kein normaler Deal war – und was Will Smith mit einer deutschen Firma will.

1.

Was macht Telepool?

Die Telepool GmbH kauft und verkauft Filmrechte, ist auf die Akquisition, den Vertrieb und die Vermarktung von Programmen in den Bereichen Kino, Video (DVD und Blu-ray), TV und Video on Demand spezialisiert. (Telepool)

Die Firma spielt eine entscheidende Rolle in der deutschen Filmlandschaft. Über eine Tochterfirma (Global Screen GmbH) wird aber auch der weltweite Filmvertrieb angegangen. 

Telepool sorgt dafür, das auch weniger bekannte Filme, die nicht von den ganz großen Studios wie Disney oder Warner stammen, auf dem Markt erscheinen. 

2.

Was haben Will Smith und Marc Forster davon?

Mehr Kontrolle über ihre eigenen Filme. Will Smith und Marc Forster (die übrigens noch nie in Filmen zusammengearbeitet haben) haben jeweils schon eigenen Produktionsfirmen in den USA, die sie auch weiterhin haben werden und die unabhängig arbeiten.

Doch die beiden können mithilfe von Telepool dafür sorgen, dass schwierige Filmprojekte, mit denen sie bei den großen Hollywood-Studios nicht unbedingt auf offene Ohren stoßen würden, trotzdem auf zentrale Märkte wie Deutschland kommen. Deutschland ist eine der 10 größten Einnahmequellen an den Kinokassen weltweit und damit eine wichtige Quelle für Hollywood-Finanzierungen. (Variety

Durch die Telepool-Tochter Global Screen GmbH, die Filme weltweit vertreibt, können Smith und Forster außerdem dafür sorgen, dass ihre "unbequemen" Filme doch noch in den USA vertrieben werden (wenn auch kleiner als bei den großen Studios). (Filmstarts)

Das bedeutet, dass Smith und Forster mit Telepool bereits in den wichtigsten Märkten den Home-Entertainment- und Kino-Vertrieb gesichert haben, ein großer Schritt für Filme, die noch nach einer Finanzierung suchen.

3.

Was haben die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender damit zu tun?

Das ist das nächste Kuriose an diesem Deal: Denn Telepool gehörte zuvor dem Bayerischen Rundfunk, dem Mitteldeutschen Rundfunk, einer Tochtergesellschaft des Südwestrundfunks und einer Tochterfirma der SRG, dem öffentlichen Rundfunk der Schweiz, also dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Da sich der Filmrechtehandel immer mehr in die Richtung entwickelt, dass komplette Rechtepakete (inklusive Games, Spin-Offs, etc.) zu einem Film verkauft werden, passe der öffentlich-rechtliche Rundfunk "auf Dauer nicht zu dem Unternehmen", sagte Albrecht Frenzel, der Verwaltungsdirektor des Bayerischen Rundfunks, der Welt. Durch den gesetzlichen Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender seien einzelne Geschäftsbereiche perspektivisch nicht mehr gedeckt. 

Der Verkauf von Telepool dient so gesehen also auch dem hindernisfreien Vermarkten von Filmpaketen. 

4.

Wird sich damit jetzt etwas für uns Filmzuschauer ändern?

Dass Will Smith und Marc Forster Telepool gekauft haben, bedeutet jetzt also, dass wir mehr "kleinere" Filme, Independent-Streifen, zu sehen bekommen, die nicht nach Hollywood-Schema-F laufen?

Naja, das hat Telepool auch schon vorher gemacht. Vielleicht sorgen die Kontakte von Will Smith und Marc Forster dafür, dass wir nochmal auf ganz andere Kreative aufmerksam gemacht werden. Vielleicht vermarkten die beiden aber auch einfach nur ihre eigenen Filme besser.


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