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Einmal geht noch. Oder?

Das T-Shirt hattest du letzte Woche auf der Party an, die Bettwäsche könnte eine Prise Sommerbrise-Weichspüler vertragen. Die Jeans ist zwar noch sauber, aber sitzt frisch gewaschen einfach besser? Zack, ist die Waschmaschine voll.

Pro Wäsche verbraucht sie schonmal 60 Liter Wasser – nicht so gut fürs Öko-Karma. Außerdem sind nach dem Intensiv-Waschgang zwar definitiv alle Bakterien aus dem Shirt, aber eben auch Farbe.

Ist das gut für uns und die Kleidung, oder können wir es mit dem Waschen auch übertreiben? In welchen Fällen reicht Lüften? Und wann sollte man den Weichspüler weglassen?

Wir haben einen Experten gefragt, wie man die schwierige Balance zwischen Wasserverbrauch und müffelnden Klamotten hält: Rainer Stamminger ist Professor im Bereich Haushalts- und Verfahrenstechnik an der Uni Bonn.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Wann muss Kleidung in die Wäsche?

"Bei der Entscheidung, ob ein Kleidungsstück gewaschen werden muss, geht es in erster Linie um die Verschmutzung", sagt Stamminger. "Was nicht verschmutzt ist, sollte am besten nicht gewaschen werden."

Klar. Aber was gilt denn nun als schmutzig? 

Kleine Orientierungshilfe: Bierflecken oder Reste der Tomatensoße vom Abendessen sind ein Fall für die Wäsche. Aber nicht immer ist es so eindeutig. "Kleidungsstücke, die wir direkt am Körper tragen, sind auch dann verschmutzt, wenn es nicht sichtbar ist", sagt der Experte. "Das gilt vor allem für Unterwäsche oder T-Shirts: Durch Ausdünstungen wie Schweiß werden Salze aus dem Körper transportiert, die in die Kleidung übergehen."

Kann zu häufiges Waschen unserer Kleidung schaden?

Vorsichtshalber alle Klamotten sofort in die Wäsche packen: Das ist auch keine gute Lösung – ganz unabhängig vom Wasserverbrauch. 

"Jeder Waschgang ist eine Belastung für die Kleidung", sagt Stamminger. "Teile der Fasern können abbrechen, die Fasern verlieren an Stärke. Wenn man zum Beispiel ein T-Shirt 50-mal gewaschen hat, dann merkt man, dass die innere Struktur verloren geht." Das Gleiche gilt für die Farben: Sie werden blasser, weil der Farbstoff nach und nach rausgewaschen wird.

Kann man Klamotten auch lüften statt waschen?

Wenn kein Fleck zu sehen ist, hilft manchmal auch schon frische Luft. "Häufig genügt es, ein Kleidungsstück, das nicht wirklich verschmutzt ist, aufzuhängen – am besten auf dem Balkon oder im Garten", sagt Stammingerf. "Dadurch werden viele Geruchsaromen entfernt, dann riecht das Kleidungsstück wie frisch und man kann es noch ein- oder zweimal tragen." 

Allerdings hat das Grenzen. Bei verschwitzten T-Shirts hilft manchmal kein Wind, sondern nur eine Wäsche gegen den Geruch. 

Wer auf den Luxus von Balkon oder Garten verzichten muss, aber vielleicht einen Trockner hat, kann hier auf die Programme schauen: "Häufig gibt es Auffrischungsprogramme, bei denen die Kleidungsstücke etwa eine Viertelstunde unter Dampf bewegt werden", sagt Stamminger. "Damit werden die unangenehmen Gerüche entfernt, ohne die Fasern mechanisch zu sehr anzugreifen."

Worauf sollten wir beim Waschmittel achten?

Wenn es um richtig fiese Flecken geht, hilft oft nur Waschpulver, das Bleichmittel enthält (das kommt aus chemischen Gründen nicht in Flüssigwaschmitteln vor). "Diese Stoffe sorgen dafür, dass Farben zerstört werden – sie können zum Beispiel Rotwein-, Kaffee- oder Grasflecken entfernen." Das bedeutet natürlich: Auch die Farben unserer Klamotten können angegriffen werden. Deshalb ist die Variante vor allem für helle Wäsche geeignet. 

 "Bei farbiger Kleidung ist ein flüssiges Waschmittel oder ein spezielles Colorwaschmittel die richtige Wahl", sagt Stamminger. "Dazu sollte man noch ein Feinwaschmittel zu Hause haben. Das erzeugt einen sehr feinporigen Schaum, der sich beim Waschen zwischen die Textilien legt und so die feinen Fasern schont.“ Allerdings können wir dabei nicht davon ausgehen, dass tatsächlich der Rotwein verschwindet: "Meistens muss man sich zwischen Schonung und hoher Waschkraft entscheiden – man kann nicht alles haben." 

Meine Kleidung ist so "hart". Weichspüler: Ja oder nein?

Wenn wir Kleidung nach der Wäsche aufhängen, passiert folgendes: "Das in den Textilien enthaltene Wasser verdunstet, doch die enthaltenen Salze bleiben im Normalfall zurück und sorgen dafür, dass einzelne Fäden aneinander hängen bleiben. Deshalb kommt einem die auf der Leine getrocknete Kleidung oft hart vor." 

Das können wir verhindern, wenn wir Wäsche draußen aufhängen, weil der Wind dafür sorgt, dass die Shirts und Pullis immer wieder bewegt werden und sich die Fasern voneinander lösen. Das Gleiche passiert im Trockner. 

 "Weichspüler sorgt dafür, dass die Fasern nicht aneinander haften bleiben können, weil sich eine Schicht von Tensiden über sie legt", erklärt Stamminger. "Das ist nicht schädlich, aber wir bringen eine zusätzliche Chemie ins Spiel, die nicht unbedingt nötig ist." Auf Weichspüler verzichten sollten wir bei Sportklamotten: Hier kann der Weichspüler dafür sorgen, dass die Poren verstopfen und unsere Laufshirts nicht mehr atmungsaktiv sind.

Und wann muss etwas in die Reinigung?

"In einer chemischen Reinigung wird mit ganz anderen Voraussetzungen gearbeitet: Während wir zu Hause normalerweise Wasser als Lösungsmittel einsetzen, sind es in Reinigungen oft Waschbenzine und Tenside – die können Flecken oder Fett ganz anders lösen." Bei wirklich üblen Flecken, die in der Waschmaschine nicht rausgehen, ist das also einen Versuch wert. 

"Außerdem kennen Fachleute für alle Flecken die beste Vorbehandlung", sagt Stamminger. "Und durch das Waschen in sehr großen Trommeln kommt es zu einer geringeren mechanischen Reibung der Kleidung, was sie zusätzlich schont." 

Leider geht das auch ins Geld – und ist deshalb vor allem eine Lösung für Härtefälle, an denen wir alleine verzweifeln würden.



Fühlen

Kindesmissbrauch, Protz-Bischöfe – warum ich trotzdem in der Kirche bleibe

In meinem Freundeskreis höre ich häufig den Satz "Ich bin jetzt endlich aus der Kirche ausgetreten"

Ich werde diesen Satz nicht sagen. Ich werde nicht austreten. Ich bin gegen Homophobie, gegen das Zölibat, gegen das katholische Frauenbild und glaube quasi nicht an Gott. Ich stellte schon als Jugendliche bei einer Gemeindefahrt nach Rom fest, dass ich bei Gebeten nichts empfinde, die Emotionen von Gläubigen irritierten mich sogar. Trotzdem bleibe ich in der Kirche.