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Reicht auch einmal im Monat?

Spätestens wenn die Krümel aus der Wohnung unter den Füßen kleben, so dass man sie kurz abwischt, bevor man ins Bett steigt, weiß man, dass es dringend mal wieder so weit ist. Irgendjemand muss sich erbarmen und putzen

Und egal ob in Pärchenwohnungen oder WG's: Wie oft man eigentlich putzen müsste, ist in den besten (Wahl)-Familien umstritten. 

Also: Klären wir das – ein für alle Mal – damit sich keine Lebensgemeinschaft wegen des Zustandes der Wohnung trennen muss!

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Wie oft sollte man eigentlich den Boden wischen oder das Bad putzen? Und wovon hängt es ab, wie häufig welcher Raum dran ist? 

Wir haben Heike Pietsch gefragt, geprüfte Fachhauswirtschaftlerin und Mitglied im Berufsverband der Haushaltsführenden.

Wonach richtet sich der Putzrhythmus?

"Beim Fußboden hängt es vom Verschmutzungsgrad ab, wie oft eine Reinigung nötig ist", sagt Pietsch. 

Gut, das haben wir uns schon fast gedacht. Aber wo muss man denn öfter putzen, in der Stadt oder auf dem Land? Vom Dreck aus dem Wald mal abgesehen würden in einer Großstadtwohnung wegen der Autoabgase nicht nur die Fenster schneller grau, wir trügen meist auch mehr Schmutz mit in die Wohnung, sagt die Expertin.

Und dann kommt es darauf an, welcher Boden in unserer Wohnung liegt: "Echtes Parkett und andere Naturböden sollten so selten wie möglich feucht gereinigt werden", sagt die Expertin. "Bei Fliesen und Laminat gilt das aber nicht, solange das richtige Reinigungsmittel verwendet wird. Hier ist eine wöchentliche Reinigung sinnvoll, damit der Boden immer sauber und hygienisch ist." Das wäre zumindest die Profi-Variante – und es kann ja nicht schaden zu wissen, was theoretisch gut wäre.

Wie sieht es bei Teppich aus?

Wenn in der ganzen Wohnung Teppichboden liegt, sollten wir empfindlicher sein: "Einen Teppichboden kann man nie so gut säubern wie einen Boden, den man feucht wischt", sagt Pietsch. "Zweimal pro Woche staubsaugen wäre hier schon empfehlenswert." Auch hier geht es wieder darum, wie viel Schmutz wir auf den Teppich bringen – und davon, wie gut der Staubsauger ist. "Manche Modelle wirbeln den Staub eher auf, sodass er hinten wieder rauskommt."

Falls wir einen Teppich auf Fliesen oder Laminat gelegt haben, könnte man den sogar in Profi-Hände geben, um auf Nummer sicher zu gehen: "Solche Teppiche sollten von Zeit zu Zeit in die Reinigung gebracht werden, damit sie professionell gesäubert werden. Denn grundsätzlich ist Teppichboden Nährboden für alles, was drauffällt."

Und was ist mit dem Rest?

Wenn man die Wohnung auf einem grundsätzlich sauberen Level halten will – die Betonung liegt auf wenn – dann empfiehlt die Hauswirtschaftlerin ein klassisches Konzept: "Früher gab es immer den Frühjahrs- und Weihnachsputz. Noch heute wäre es gut, zweimal im Jahr eine Grundreinigung durchzuführen." Das bedeutet: Auch in und auf den Schränken wischen, Bücher aus den Regalen holen, hinter dem Bett putzen – und an all den Stellen, vor denen man sich im Alltag drückt.

"Dazu kommt die wöchentliche Unterhaltsreinigung", sagt Pietsch. Das ist der Putzrundgang, bei dem wir saugen oder wischen, um den Zustand der Großreinigung halbwegs beizubehalten. 

Das bedeutet aber nicht, dass dazwischen Pause angesagt ist. 

Denn es gibt auch noch eine Sache, was die Expertin "Sichtreinigung" nennt. "Wenn im Bad Zahnpasta klebt oder Spaghetti-Reste auf dem Herd, dann sollte niemand sagen: Heute ist noch nicht Freitag, das mache ich nicht weg. Oder: Ich bin laut Putzplan gar nicht an der Reihe." 

Ist es okay, die Küche einmal pro Woche zu putzen?

Nehmen wir an, wir raffen uns zweimal im Jahr zur Grundreinigung auf – dann gilt grundsätzlich auch für die Küche: Einmal die Woche putzen wäre gut. Sichtbarer Schmutz ist aber auch hier eine Ausnahme. "Essensreste sollten sofort entfernt werden", sagt Pietsch. "Denn Küchenkeime vermehren sich explosionsartig, das kann schlimmstenfalls zu Lebensmittelvergiftungen führen. Vor allem Fertigprodukte enthalten oft Unmengen von Zucker, der ein guter Nährboden für Bakterien ist."

Wie oft muss das Bad geputzt werden?

Im Badezimmer gilt das gleiche System: Grundreinigung, regelmäßig putzen, Spontanreinigung bei Flecken. 

"Wichtig ist es, dass sich keine Schimmelecken bilden", sagt Pietsch. "Ich erlebe es oft, dass sich Leute an die schwarzen Flecken gewöhnen und denken, die gehören dazu. Aber so ist es nicht." Schimmel also nicht ignorieren, sondern mit speziellem Reinigungsmittel entfernen – oder im Ernstfall: einen Profi kommen lassen. Schlimmstenfalls können sich sonst die Schimmelsporen ausbreiten und auch das kann unsere Gesundheit angreifen.

Anti-Staub-Tipps für Leute, die ungern putzen:

Nervig sind Staubschichten auf den Regalen oder Wollmäuse, die sich in den Ecken sammeln. Auf lange Sicht kommen wir nicht am Putzen vorbei, aber: 

  • Je trockener die Luft, desto mehr Staub. Deshalb hilft es, immer mal wieder das Fenster weit aufzureißen
  • Bei Heizungsluft im Winter können auch Luftbefeuchter ein Trick gegen den Staub sein.
  • Und wer sich gestört von Staubschichten auf Sesseln oder Lampen fühlt, aber keine Lust auf klassisches Putzen hat, kann eine Fusselbürste nehmen: Die klebrige Außenseite sammelt Flusen, Staubkörner und sonstigen Dreck ziemlich einfach auf.

Welche Putzmittel und -geräte braucht man für die gute Reinigung?

Müssen wir für eine saubere Wohnung ein ganzes Arsenal an Spezialreinigern haben? "Ein Mittel, das Fett löst, und eines, was Kalk löst: Mehr braucht man eigentlich nicht", sagt Pietsch. "Dazu kommt noch ein Pflegemittel für empfindliche Böden, wenn man welche hat." 

Um Essigreiniger im Haushalt gibt es oft Diskussionen – Pietsch hält nicht viel davon: "Er kann die Armaturen und Dichtungen angreifen und die Schleimhäute schädigen."

Dann kommt es auch noch auf die Putzlappen an, die wir benutzen: Die sollten immer frisch gewaschen sein – sonst wird's nichts mit hygienischer Sauberkeit. "Reinigungstücher sollten bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel, das Bleichmittel enthält, gewaschen werden." Wichtig dabei wäre: Nach dem Putzen nicht eine Woche lang nass im Eimer liegen lassen (auch wenn es verlockend ist). "Die benutzten Reinigungstücher sollten sofort gewaschen oder noch zum Trocknen ausgebreitet werden – sonst können sich durch die Feuchtigkeit Keime bilden."  


Gerechtigkeit

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