Bild: dpa/Miguel Gutierrez
Und welche Länder sind betroffen?

Seit einigen Monaten häufen sich in Südamerika die Meldungen über das gefährliche Zika-Virus: Im Mai vergangenen Jahres berichtete Brasilien von ersten Fällen. Jetzt gehen die Behörden von 500.000 bis 1,5 Millionen Verdachtsfällen aus. Im Nachbarland Kolumbien zählte das Gesundheitsministerium jüngst mehr als 20.000 Infizierte. (SPIEGEL ONLINE, tagesschau.de) Insgesamt hat sich das Virus schon in 26 Ländern in Süd- und Mittelamerika ausgebreitet.

Nun hat die WHO einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.
bento beantwortet die wichtigsten Fragen:
Was ist das Zika-Virus?

Das Zika-Virus wird von Moskitos übertragen und tritt vor allem in Süd- und Mittelamerika auf. Als Symptome treten leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf, tödlich ist eine Ansteckung nicht. Das Virus soll allerdings Auslöser von Mikrozephalie sein – einer Schädelfehlbildung bei Babys. Bewiesen ist das bislang nicht, allerdings gibt es unter Experten kaum Zweifel.

Besonders tückisch: Nur bei jedem Fünften führt der Stich einer infizierten Mücke überhaupt zum Ausbruch der Krankheit. Daher ist eine Zika-Infektion vor allem für Schwangere gefährlich. Selbst wenn sie vom Virus nicht belangt wurden, könnte sich das Ungeborene infizieren – und mit der Schädelfehlbildung auf die Welt kommen. (WHO)


Welche Länder sind betroffen?

Der Zika-Virus kommt in tropischen Gebieten vor, wo es viele Stechmücken gibt. Die aktuelle Epidemie betrifft zahlreiche Länder in Mittel- und Südamerika. Ausgehend von Brasilien breitete sich das Virus bislang in 25 weiteren Ländern aus, meldet die Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO): Amerikanische Jungferninseln, Barbados, Bolivien, Costa Rica, Curacao, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Martinique, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Puerto Rico, St. Martin, Suriname und Venezuela.

Die WHO warnte vor einer Ausbreitung auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, ausgenommen sind Chile und Kanada, weil es die Überträger-Mücken dort nicht gibt. Auch in Großbritannien und Deutschland wurde das Virus schon bei Reisenden diagnostiziert, die vor Kurzem in der betroffenen Region unterwegs waren. (SPIEGEL ONLINE)

Wie kann man sich schützen?

Da das Zika-Virus nur in Süd- und Mittelamerika auftritt, muss sich nur schützen, wer die Region bereist. Am einfachsten ist, sich gegen Mückenbisse zu wappnen: mit Insektenschutz, langer Kleidung, Moskitonetzen. Besondere Vorsicht sollten Schwangere und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, walten lassen: Die WHO rät dann davon ab, Zika-Gebiete zu bereisen. Einen Impfstoff gegen das Zika-Virus gibt es nicht.

Mit Mikrozephalie geborenes Baby in Brasilien(Bild: dpa/Percio Campos)
Wie lange bleibt das Virus in meinem Körper?

Das Zika-Virus bleibt nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde wenige Tage bis eine Woche im Körper. Wird also ein Baby erst gezeugt, nachdem das Virus wieder aus dem Blutkreislauf verschwunden ist, besteht keine Gefahr für das Ungeborene: Auf künftige Schwangerschaften nimmt das Virus keinen Einfluss. (US Department of Health)

Was bedeutet die Entscheidung der WHO?

Die WHO hat nach Beratung mit mehreren Experten den globalen Gesundheitsnotstand am Montagabend beschlossen. Diese Maßnahme ist sehr selten – zuletzt wurde im August 2014 ein lokaler Notstand für die Ebola-Gebiete in Westafrika ausgerufen.

Laut WHO-Direktorin Margaret Chan gebe es einen Zusammenhang zwischen den Infektionen mit dem Zika-Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen. Da bislang der wissenschaftliche Beweis fehle, brauche es nun "eine koordinierte internationale Antwort". Der Notstand soll also vor allem die Forschung antreiben.

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