Bild: Christian Augustin / Freier Fotograf / Getty Images

Irgendwie sind Influencer ein Phänomen für sich. Die meisten behaupten, sie gar nicht zu kennen – trotzdem haben Influencer Millionen Follower. Und Erfolg. Und die Werbeeinnahmen, denn immerhin nutzen viele Unternehmen die Reichweite der Influencer, um ihre Produkte an Mann und Frau zu bringen. 

Genau diese Werbung ist gerade ein großes Thema: Denn Cathy Hummels, die Ehefrau von Fußballer Mats Hummels, könnte damit Rechtsgeschichte schreiben.

1.

Worum geht es in dem Rechtsstreit von Cathy Hummels?

Cathy Hummels steht im Mittelpunkt eines Zivilprozesses um das Wettbewerbsrecht, den ihre Anwälte sogar notfalls bis zum Bundesgerichtshof ausfechten wollen. Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW). Der Verband hatte eine einstweilige Verfügung gegen Hummels erwirkt, weil sie auf Instagram verbotene Werbung mache. 

  • Cathy Hummels hat mehrere Werbepartner. Wenn sie Produkte dieser Partner auf ihrem Instagram-Account zeigt, dann kennzeichnet sie diese Postings für gewöhnlich mit "Bezahlte Partnerschaft". 
  • Dem VSW geht es in seiner Klage um 15 Postings, bei denen diese Kennzeichnung fehlt. 
  • Cathy Hummels' Anwalt Christian-Oliver Moser sagt, dass sie für diese Beiträge aber auch keinerlei Gegenleistung erhalten habe. 

Die einzige Ausnahme ist ein Kinderwagen für den kleinen Sohn Ludwig, den der Hersteller kostenlos zur Verfügung stellte. Für den Kinderwagen akzeptierten Hummels' Anwälte jedenfalls die Abmahnung, nicht jedoch für die Mehrheit der 15 Instagram-Posts.

2.

Warum ist der Fall so wichtig?

Die Frage ist: Was ist Werbung und was ist Meinung? 

Darf man als Influencer oder Influencerin, die wie Cathy Hummels mehrere hunderttausend Follower auf Instagram haben, eine positive Meinung von einem Produkt haben und diese seinen Followern mitteilen? Oder ist das dann Werbung? 

Und gilt das selbst, wenn die Influencerin oder der Influencer kein Geld dafür bekommen hat, dass sie oder er diese positive Meinung kundtut? Oder ist das dann immer noch Werbung, nur halt gratis? 

  • Und gelten solche Regeln nur für Influencer – oder auch für alle anderen ohne tausende Follower?

Cathy Hummels schreibt auf ihrem Instagram-Account:

"Es wird nämlich tatsächlich sofort angenommen, das man dafür bezahlt wird. Auch wenn man ein Stück Schokolade isst und die Marke zu sehen ist ... dann flattert schon die nächste Abmahnung ins Haus. Das kann nicht sein."

Für Cathy Hummels' Anwalt geht es auf jeden Fall um ein Grundrecht: "Das ist ein grundsätzliches Thema. Das schränkt aus meiner Sicht die Meinungsfreiheit zu sehr ein." Den Anwälten vom VSW gehe es um "Rechtsklarheit".

3.

Wie geht es jetzt weiter?

Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München am Montag wurde deutlich, dass die Klage des Verbands keine überragenden Erfolgsaussichten hat. 

Sofern Cathy Hummels kein Geld oder sonstige Gegenleistung für die Nennung der Produkte erhält, hält das Gericht das für zulässig, wie die Vorsitzende Richterin Monika Rhein erklärte:

Auch wenn wir das (Influencer-Wesen) für völlig überflüssig halten, heißt das noch lange nicht, dass das gesetzlich verboten wäre.

Ein Urteil gibt es noch nicht, die Klärung im Hauptsacheverfahren steht aus. 


Mit Material von dpa


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