Okay, jetzt fühlen wir uns sicherer.

Am Donnerstag, kurz vor 10 Uhr morgens, ging es los: In Nordrhein-Westfalen heulten landesweit die Sirene. Doch das Alarmzeichen war nicht als solches gedacht – sondern Teil des ersten landesweiten "Warntags". Sinn und Zweck des Probealarms war es, die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren. Das klappte durchaus – allerdings etwas anders als gedacht. 

Was ging alles schief?

Anders als gedacht, fand der "landesweite Warntag" längst nicht überall wie geplant statt:

  • In Münster waren nur zwei von 70 Sirenen einsatzbereit. 
  • In Soest ging wegen Softwareproblemen gar keine Sirene los.
  • Und in Minden, Düsseldorf und Dortmund waren zahlreiche Sirenen noch nicht oder nicht mehr installiert. (Der Westen)
  • In Neuss, Grevenbroich, aber auch in Essen gab es von vornherein keine Sirenen, der Alarm fiel einfach aus.
Ob und wie viele Notfall-Sirenen die Städte haben, ist eine individuelle Entscheidung. In jüngster Zeit haben viele Städte angekündigt, wieder mehr Alarmzeichen anschaffen zu wollen. (RP online


Auch die neue Warn-App "Nina" (das Kürzel steht für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App"), die im Rahmen des Warntages getestet werden sollte, versagte großflächig.

Server brachen teilweise zusammen, nur bei 94 Prozent der Nutzerinnen und und Nutzer erhielten die Warnmeldung, so ein Sprecher des zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).  Die Zahl klingt zunächst ganz gut, doch im Ernstfall würde es vermutlich noch mehr Chaos auslösen, wenn nur jeder zehnte Nutzer informiert würde, sagen Experten. (Der Westen)

Doch das Chaos ging noch weiter: Denn obwohl zahlreiche Medien im Vorfeld über den Warntag informiert hatten, waren viele Bürger dennoch überrascht – und riefen den Notruf, um zu fragen, was los sei. 

Doch der Notruf ist keine Info-Hotline. Durch die zahlreichen irrierten Anrufe war die Notfallnummer der Feuerwehr in Duisburg immer wieder überlastet. Ob tatsächliche Notsituationen dadurch übersehen wurden, ist nicht bekannt.

Was sollte man in Notfällen überhaupt tun?

Nach dem missglückten Warntag hat die Duisburger Feuerwehr in einem Facebook-Post klargestellt, welche Regeln in wirklichen Notfällen zu beachten sind (Spoiler: Nachfragen beim Notruf gehören nicht dazu).

Die Tipps sind:

  1. Ruhe bewahren, 
  2. ein festes Gebäude aufsuchen und Türen und Fenster schließen.
  3. Radio einschalten (im Idealfall ein batteriebetriebenes Radio) oder auf anderen Wegen (TV, Internet) darüber informieren, was gerade in der Umgebung los ist – aber nicht aus Informationsgründen den Notruf wählen und damit blockieren.
    In vielen deutschen Städten gibt es dafür ein Gefahrentelefon, das angerufen werden kann, wenn die Medien nicht weiterhelfen können. Wer sich die Nummer rechtzeitig notiert, hat im Notfall weniger Stress.
  4. Die Nachbarn informieren und Menschen in Not helfen.
  5. Den Notruf nur dann wählen, wenn ein Notfall vorliegt.

Weil der Katastrophenschutz in jeder Stadt unterschiedlich ist, lohnt es sich unter Umständen, genau nachzuschauen, welche Alarm-Signale welche Bedeutung haben und wie die Nummer des örtlichen Gefahrentelefon lautet. Tipp: Es ist nie die 112. 


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