Bild: Ideal Conceal
In den USA wird sie bereits eifrig beworben.

Es liegt gut in der Hand, das schlanke Design erinnert an ein iPhone. Auf dem Rücken ist eine Kamera angebracht – mit der man perfekte Selfies machen könnte. 

Könnte. 

Selfies machen kann man mit dem Ding aber nicht – denn es ist zum Schießen gedacht. 

Die "Cellphone Pistol" ist genau das, was der Name verspricht: Eine Pistole, die wie ein Smartphone aussieht. Dahinter steckt die Firma "Ideal Conceal", frei übersetzt: "Perfekte Täuschung". 

So sieht sie ausgeklappt aus:

(Bild: Ideal Conceal)

Jetzt wird die Smartphone-Pistole von der "National Rifle Association" beworben – und das bringt Probleme mit sich.

Was ist die NRA?

Die National Rifle Association (NRA) ist die mächtigste Waffenlobbyorganisation in den USA. Sie soll die Ausbildung an der Waffe und das Sportschießen fördern. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Mitglieder. 

Mehr als 100.000 Ausbilder unterrichten nach NRA-Angaben jährlich eine Million Waffenbesitzer im Umgang mit dem Schießgerät. Aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden speist sich das jährliche Budget von etwa einer Viertelmilliarde Dollar. Mehr Informationen gibt es auf SPIEGEL ONLINE.

Es ist erst gut zwei Monate her, dass ein 19-Jähriger an seiner Schule in Florida 17 Menschen erschossen hat. Seitdem hat sich in den USA eine Protestbewegung von Schülern gegründet – sie wollen schärfere Waffengesetze durchsetzen. (Mehr zur Bewegung bei bento)

Wenn nun Waffen wie Alltagsgegenstände aussehen, sorgt das für neue Gefahren, fürchten Aktivisten.

Die Aktivistin Jaclyn Corin geht in Zukunft von vermehrten Kontrollen aus – weil jedes Handy verdächtig sein könnte. Vor allem bei Schwarzen.

Auf den Tweet hat sie zahlreiche Reaktionen bekommen. Einer pflichtet ihr bei: 

"Die Polizei denkt doch jetzt schon, dass Schwarze eine Waffe in der Hand haben, wenn es eigentlich ein Handy ist. Jetzt haben sie eine echte Rechtfertigung dafür, was Schwarze noch mehr in Gefahr bringt."

Was soll das, getarnte Waffen?

Der Hintergedanke des "Ideal Conceal"-Gründer Kirk Kjellberg: Waffen sollen im Alltag so selbstverständlich werden wie Smartphones. 

Wir haben einen neuen Stil der Selbstverteidigung erfunden. Es sieht zusammengeklappt aus wie ein Handy. Aber wenn du es entsicherst, bist du bereit, dich zu verteidigen.
Selbstbeschreibung von "Ideal Conceal" auf Facebook

Das Credo von "Ideal Conceal" ist auf der Website zu finden: "Weil das Recht auf Selbstverteidigung das erste Naturgesetz ist."

Die NRA springt bei, rührt für die getarnte Waffe ordentlich die Werbetrommel.

Die Smartphone-Pistole bietet eine hervorragende Option zur Selbstverteidigung bei maximaler Verfremdung.
Werbung auf der NRA-Website

Auf der Facebook-Seite beweist "Ideal Conceal" einen ganz eigenartigen Humor mit Memes und Sprüchen. 

Ein Kerl mit Schnurrbart und nacktem Oberkörper nimmt eine Kampfhaltung ein, dann der Spruch: "Ich hab ein Kissen unter meiner Pistole.

(Bild: Facebook/Ideal Conceal)

Außerdem werden Ängste geschürt: Es gibt das Werbebild einer joggenden Frau, aus deren Gesäßtasche die Smartphone-Waffe herausschaut: "Es ist eine klugesichere Alternative zur gewöhnlichen Pistole und kann zu allem getragen werden."

(Bild: Facebook/Ideal Conceal)

Noch gibt es die Waffe nicht zu kaufen. Erste Prototypen werden aber bereits getestet.


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6 Geschichten vom Scheitern.

Roadtrip mit der Gang, nie mehr Eltern-Taxi, Schule schwänzen, um ans Meer zu fahren: Ein Führerschein erweitert den Rahmen des Möglichen ins gefühlt Unendliche. 

Auf der Checkliste des Erwachsenwerdens steht das Plastikkärtchen also sehr weit oben. Dafür nimmt man auch die teuren Fahrstunden und das Streiten mit Mutti beim Üben auf dem Supermarktparkplatz in Kauf.

Wenn dann endlich die Prüfung ansteht und das Glück so nah ist, will man auf keinen Fall diese Worte hören: "Fahren Sie bitte rechts ran, Sie sind leider durchgefallen."