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Wäsche in der Wohnung zu trocknen ist selten optimal, aber meistens kein großes Problem: Dann steht halt der dumme Wäscheständer im Winter konstant im Flur herum. 

Nervig wird es erst, wenn man Schimmel an den Wänden entdeckt und sich fragen muss: Kam das von meiner Wäsche? Oder ist das Haus einfach schlecht isoliert? Sollte ich doch die ranzige Leine im Keller benutzen? Oder mich gar auf die Suche nach einem Trockner machen? 

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Wir haben Elke Wieczorek vom DHB-Netzwerk Haushalt, dem Berufsverband der Haushaltsführenden, alle Fragen rund ums Wäschetrocknen gestellt.

Kann schon das richtige Waschprogramm helfen, damit Kleidung gut trocknet?

"Man sollte einen Schleudergang wählen, der zur Wäsche passt", sagt Wieczorek. "Bei einer Ladung Handtücher, die bei 60 Grad gewaschen werden, hilft der höchste Schleudergang. Dann hat die Wäsche eine geringe Restfeuchte, wenn sie aus der Maschine kommt." 

Feinwäsche verträgt das vermutlich nicht so gut – aber da haben eigentlich alle Waschmaschinen automatische Programme, die je nach Wäsche dafür sorgen, dass sie richtig geschleudert wird. Übrigens macht es aus Sicht der Expertin keinen Unterschied, wie voll wir die Maschine gemacht haben – viel Wäsche bedeutet nicht, dass es mehr Restfeuchte gibt.

Und wie ist das mit der Schimmelgefahr?

"Man sollte den Raum unbedingt gut belüften, um Schimmel vorzubeugen", rät die Fachfrau. "Wenn es sich um ein beheiztes Zimmer handelt, sollte man ab und zu für etwa fünf Minuten stoßlüften und für Durchzug sorgen." 

Was dabei hilft: Den Wäscheständer so platzieren, dass die Luft zwischen den Kleidungsstücken hindurchströmen kann und nicht am ersten Pullover abprallt. 

"Das Schimmelrisiko hängt auch von der Raumgröße ab“, sagt Wieczorek. "Wenn permanent in einem kleinen Raum Wäsche getrocknet wird, dann bildet sich dort vermutlich auf Dauer Schimmel.“ Vor allem, wenn wir dort nicht für Durchzug sorgen können. 

Also bestenfalls ein großes Zimmer zum Wäschetrocknen wählen und wenn möglich: Immer mal wechseln.

Heizung an beim Wäschetrocknen: Ja oder nein?

Wer die Heizung voll aufdreht, bis die Wäsche trocken ist, verbraucht sehr viel Energie. "Grundsätzlich gilt: Je wärmer der Raum ist, desto schneller trocknet die Wäsche“, sagt Wieczorek. "Beim Trocknen der Kleidung entsteht Verdunstungskälte, deshalb ist mehr Energie notwendig, um einen feuchten Raum zu beheizen." 

Sie empfiehlt, die Wäsche in einen kühlen Raum zu stellen, der möglichst trocken ist. Natürlich müssen wir dort im Winter nicht die Heizung runterdrehen – aber auch nicht komplett rauf, damit die Wäsche schneller fertig ist. Sonst verbrauchen wir am Ende möglicherweise mehr Energie als jeder Trockner.

Kann Wäsche auch im Winter draußen trocknen?

Wenn wir den Luxus eines großen Balkons oder eigenen Gartens haben, dann können wir die Wäsche natürlich auch draußen aufhängen. Aber damit sie trocknet, muss man natürlich auf die Luftfeuchtigkeit achten, sagt Wieczorek. "Bei Nebel empfiehlt es sich nicht, aber an einem trockenen Wintertag spricht nichts dagegen." 

Aufpassen sollten wir, wenn die Sonne scheint (egal, ob im Sommer oder Winter): Dann hilft es, die Kleidungsstücke auf links zu drehen. "Sonst besteht die Gefahr, dass sie ausbleichen."

Wie gut ist ein gemeinsamer Trockenraum mit Nachbarn?

Wenn es einen Trockenraum oder Dachboden gibt, kann man dem Schimmelproblem aus dem Weg gehen. Aber oft scheint die Wäsche dort länger zu brauchen. Liegt das nur an den Temperaturen? 

"Wenn die eigene Wäsche fast trocken ist und dann kommt der Nachbar und hängt seine nasse Wäsche daneben – dann dauert es länger, bis unsere Kleidung getrocknet ist", sagt Wieczorek. Denn jede neue Ladung Wäsche bringt neue Feuchtigkeit mit. 

Wichtig ist es in jedem Fall, dass auch in diesem Raum gut gelüftet werden kann (und es jemand tut).

Und wo wir schon beim Thema Wäschetrocknen sind, zum Schluss noch die Profi-Frage: Wie trocknen wir Wollpullover richtig?

Reine Wolle ist sensibel – hier müssen wir aufpassen. "Die meisten Wollpullover sind nicht trocknergeeignet, und danach sollte man sich auch richten", sagt Wieczorek. "Man kann sie höchstens ganz leicht anschleudern und dann sollte man die Kleidung liegend trocknen, damit sie nicht die Form verliert." 

Am besten sei es, den Pullover nach dem Waschen erst zwischen zwei Handtüchern vorzutrocknen und ihn dann solange auf einen Wäscheständer zu legen, bis er trocken ist – und im Idealfall noch genauso aussieht wie vorher.


Gerechtigkeit

Nein, hier plündern keine Geflüchteten einen Weihnachtsbaum

Update: Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2016, macht aber aktuell wieder die Runde. Wir haben sie aktualisiert, um auf den Fake hinzuweisen.


Die Meldung teilt sich auf Facebook, in WhatsApp-Chats und ist auf YouTube zu finden: Geflüchtete sollen einen Weihnachtsbaum geplündert haben, der in einem Einkaufszentrum aufgestellt ist. Ein Video, das als Beweis geteilt wird, zeigt Männer, die am Baum nach oben klettern und Christbaumkugeln abreißen. Rundherum stehen Frauen, die sie mit Pfiffen anfeuern.

"Besorgte Bürger" sehen es als Beweis, wie Geflüchtete in Deutschland den Weihnachtsfrieden stören. Das Video machte bereits Weihnachten 2016 die Runde. Die Szene wurde mal angeblich im "Weserpark" in Bremen gedreht, mal soll sie in der "Altmarkt-Galerie" in Dresden aufgenommen worden sein. Seriöse Medien werden nicht als Quellen angeführt.

2018 wandert die Tannenbaum-Attacke wieder durchs Netz – dieses Mal fand sie angeblich in einem Einkaufszentrum in Hamburg statt. Damals wie heute gilt jedoch: Es ist ein Fake.

So sehen die Posts zur Weihnachtsbaum-Meldung aus: