Bild: dpa/Lefteris Pitarakis
Wir haben eine Studentin aus Istanbul gefragt.

Die Türkei steckt in der Krise. Vergangene Woche kam der totale Crash: US-Präsident Donald Trump verkündete Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei. Die türkische Währung – die Lira – sank im Sturzflug.

Binnen kürzester Zeit änderte sich der Wechselkurs. Gab es an einem Tag noch 5,50 Lira für einen Euro, waren es wenige Tage später schon über 7,50 Lira. Die Währung war immer weniger wert. 

Stark verkürzt ließe sich das Ganze so beschreiben: Würde das in Deutschland passieren, wäre das, als wenn man um sieben in der Früh drei Euro für ein Bier bezahlt und am Abend 4,50 für das gleiche Getränk. 

Bis jetzt konnte sich die Währung stabilisieren: Bei knapp sieben Lira für einen Euro.

Für Türkinnen und Türken ist der Crash ein Trauma: "Wir waren arm innerhalb eines Tages", erzählt Merve*.

Die 23-Jährige lebt in Istanbul und studiert an der Bahcesehir University. Sie sagt:

Ich bin so deprimiert. Der Crash hat meine Träume und Ziele zerstört.

Was bedeutet der Lira-Verfall für dich?

Mein Plan war, nach meinem Bachelor-Studium ins Ausland zu gehen. Denn eigentlich war schon vor dem Crash klar, dass die Türkei in einer Krise steckt. Ich habe nur noch ein Jahr übrig, dann hätte ich es geschafft, hätte Geld sparen können, um mir nach dem Studium ein Visum und ein Ticket ins Ausland leisten zu können. 

Früher war das Problem eher, überhaupt ein Visum zu kriegen. Aber selbst, wenn wir jetzt Glück haben und eines für Europa oder die USA bekommen, können wir uns nicht mal mehr die Gebühren leisten.”

Ans Sparen ist gerade nicht zu denken – kannst du den nächsten Tag überhaupt noch planen?

Ich würde mir gerne Lebensmittel auf Vorrat kaufen, aber wie soll ich das machen – ich habe kein Geld.

Außerdem, was nützt es mir, an morgen zu denken? Man weiß ja nie, was da noch kommt: Wie viel ist mein Geld morgen wert? Ist es überhaupt noch etwas wert? Gebe ich lieber heute alles aus, was ich noch habe, oder hoffe ich, dass es morgen besser wird? Ich weiß es nicht.

Die Währungskrise trifft nicht nur die Metropole Istanbul. Wie ist die Lage auf dem Land?

Meine Familie lebt dort. Natürlich zahlen sie auch dort mittlerweile das Doppelte für einen türkischen Tee im Vergleich zu vor ein paar Monaten. 

Besonders die kleinen Geschäfte, die mit Importware arbeiten, müssen jetzt kämpfen. Sie wissen gerade nicht einmal, ob sie in Zukunft überhaupt noch importieren können. Außerdem kauft gerade niemand Waren, die in Dollar berechnet werden.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Wir sind alle geschockt. Aber ich habe bei mir selbst und auch bei meinen Freunden bemerkt, dass uns die gesamte Lage eigentlich nur noch mehr anspornt. Wir wollen uns anstrengen, weiterbilden, um die Chance auf eine bessere Zukunft zu haben. 

Also nach dem Motto "Jetzt erst recht"?

Ja, wir geben uns gegenseitig Hoffnung und teilen unsere Ängste und Gedanken. Aber am Ende ist das auch nur ein Spiel. Es ist ein offenes Geheimnis, von dem jeder weiß, dass es nicht der Wahrheit entspricht, ein Gedanke, der uns weitermachen lässt. Denn wir als einzelne Personen haben wenig Einfluss auf die derzeitige Situation.

*Merve heißt eigentlich anders, wollte für das Interview aber anonym bleiben. 


Fühlen

Eine Frau erzählt auf Tumblr, warum sie sich vor der Liebe fürchtet – 1,4 Millionen stimmen zu

Warum verlieben wir uns? Warum trennen wir uns? Und warum tun wir uns das alles eigentlich an? Die Liebe ist ein Thema, mit dem Menschen auf der ganzen Welt sich schon immer beschäftigten. 

Auch die 25-jährige Taylor macht sich über dieses Thema viele Gedanken. Die US-Amerikanerin hat dazu ein Posting bei Tumblr veröffentlicht, der mittlerweile mehr als 1,4 Millionen Menschen bewegte. In dem Post erklärt sie, warum sie sich vor der Liebe fürchtet. 

"Die ganzen Reaktionen haben mich überrascht", erzählt sie auf BoredPanda. "Ich bekomme noch immer Nachrichten von Menschen, die mir sagen, wie sehr sie mein Posting bewegt hat." 

Einige gehen sogar soweit, dass sie Taylor schreiben, dass sie ihre Beziehung damit gerettet hätte.