Bild: Imago/Ralph Peters
Warum das Urteil gut ist.

Für ihn war es ein "Versehen", für sie Sex gegen ihren Willen – und für das Strafgericht in Lausanne war es Vergewaltigung. Das Urteil ist in der Schweiz eine Premiere. Denn zum ersten Mal ist ein Mann verurteilt worden, weil er beim Sex heimlich das Kondom ausgezogen hat (20Minuten).

Die Frau litt monatelang unter der Unsicherheit

Der Franzose und die Schweizerin hatten sich bei einem Tinder-Date in einer Bar kennengelernt. Beim zweiten Treffen in ihrer Wohnung hatten die beiden dann zunächst Sex, den beide wollten. Mit Kondom. Als der Mann sie jedoch zum Oralsex aufforderte, lehnte sie das ab. Daraufhin setzte er den Sex fort. Erst am Ende bemerkte die Frau, dass ihr Partner kein Kondom mehr trug. (stern.de)

Nach dem Vorfall bat sie ihn mehrmals, einen HIV-Test durchzuführen, was er jedoch verweigerte. Aus Angst, sich vielleicht angesteckt zu haben, lies sich die Frau präventiv behandeln. Erst nach vier Monaten wusste sie sicher, dass sie sich nicht mit dem HI-Virus angesteckt hatte.

So begründen die Richter das Urteil:

Vor Gericht rechtfertigte sich der 47-Jährige damit, dass er "vergessen" habe, ein Kondom zu nutzen. Die Richter entschieden jedoch, dass die Frau den Sex abgelehnt hätte, wenn sie bemerkt hätte, dass ihr Sexpartner kein Kondom mehr trug. Zudem habe sie sich nicht wehren können. Sie verurteilten den Mann deshalb wegen Vergewaltigung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Warum Konsens beim Sex so wichtig ist

Das Urteil ist nicht nur in der Schweiz eine Premiere. Auch in Deutschland gibt es bislang kein vergleichbares Urteil. Opferverbände und Feministinnen kritisieren seit langem, dass meist die Opfer in der Pflicht sind, sich zu rechtfertigen und zu erklären. Sie fordern deshalb, dass das Konsensprinzip in den Mittelpunkt gestellt wird: Okay ist nur, was beide wollen.

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