Bild: dpa / Julian Stratenschulte
Und das wird zum Problem.

In amerikanischen Großstädten breitet sich gerade ein fragwürdiger Trend aus: Jugendliche schießen auf offener Straße mit Paintball-Waffen aufeinander, ohne Rücksicht auf Passanten und Unbeteiligte. 

Zwei Menschen sind laut Polizeiangaben bereits an den Folgen der Verletzungen gestorben

Diese Paintball-Vorfälle gab es in den vergangenen Wochen:

  • In Detroit/Michigan wurden im April sechs Menschen nach einer Paintball-Straßenschlacht verhaftet. 95 Beschwerden sind bei der Polizei eingegangen, jetzt soll eine spezielle Polizei-Patrouille weitere Ausschreitungen verhindern. (Reuters)
  • In Charlotte/North Carolina registrierte die Polizei im April insgesamt rund 100 Paintball-Gefechte, 50 weitere seit Jahresbeginn. Bei einer Schlacht wurde eine Zweijährige getroffen, die im Garten spielte. (USA Today)
  • In Greensboro/North Carolina wird der Tod eines 19-Jährigen mit einem Paintballgefecht in Verbindung gebracht. Er wurde Ende April 2018 neben einem Auto voller Farbspritzer tot aufgefunden, auch auf seinem Körper sollen Farbflecken zu sehen gewesen sein. 
  • In Atlanta/Georgia starb ein Dreijähriger, weil ein Mann seine echte Schusswaffe zückte, nachdem er von Farbpatronen getroffen wurde. Das Kind schlief im Auto, als es getroffen wurde. (Atlanta Journal Constitution)
  • In Jacksonville/Florida wurden zwei Männer verhaftet, weil sie Menschen und Fahrzeuge mit Paintball-Gewehren unter Beschuss nahmen.
  • Und in Madison/Wisconsin schossen mehrere junge Erwachsene aus dem Auto heraus mit Paintball-Schusswaffen auf andere. Sie trafen drei Menschen. (Madison Wisconsin State Journal)

Ein Statement des Rappers 21 Savage soll der Auslöser der Paintball-Schlachten sein. 

Sein Ausruf – "paintballs up, guns down" – sollte eigentlich ein Statement gegen den Gebrauch von Schusswaffen setzen. Der aus Atlanta stammende Rapper hatte Schießereien in amerikanischen Innenstädten damit stoppen wollen.

Seine Idee: Junge Erwachsene sollen sich lieber im Rahmen von Paintball-Challenges austoben. 

Dass sie nun auf unschuldige Bürger auf offener Straße schießen, sei nicht seine Intention gewesen, schätzte eine Sprecherin des Milwaukee Police Department die Situation ein. Trotzdem habe das Statement des Rappers die Straßenschlachten ausgelöst

Der Polizeichef in Detroit warnt nun davor, dass Unwissende Paintball-Gewehre mit echten Waffen verwechseln könnten. 

Er könne sich vorstellen, dass er selbst in einer ähnlichen Situation eine Paintball-Waffe nicht von einer Schusswaffe unterscheiden könne. (Washington Post)

Die Polizei in Detroit appelliert jetzt an die Bürger: 

Wenn Ihr Waffengewalt mit uns stoppen wollt, gibt es viele Wege, das zu schaffen. Paintball-Kriege quer durch die Stadt gehören definitiv nicht dazu.

Fühlen

Mein Freund riecht unangenehm. Soll ich mit ihm darüber reden?
Und wenn ja – wie?

Chira, 27, fragt: