US-amerikanische Studentenverbindungen – genannt "Fraternities" oder einfach "Frats" – stehen in keinem guten Licht: In Hollywoodfilmen werden sie gern als Kaderschmieden der Mächtigen gezeigt, mit gruseligen Folterkellern und verschwörerischen Initiationsriten voller Gewalt und Alkohol. 

Leider ist zumindest der letzte Teil gar nicht so fern ab der Realität, denn immer wieder kommt es an US-Unis zu Todesfällen durch Alkoholexzessen. Und oft finden diese Exzesse im Zusammenhang mit "Frats" und ihren neuen Mitgliedern statt, die irgendetwas beweisen müssen. (Global News)

Damit soll nun Schluss sein.

Hunderte Männerverbindungen sind in der "North-American Interfraternity Conference" (NAIC) zusammengeschlossen. Auch, wenn die Frats eigentlich autonom über die meisten Regeln entscheiden, hat die NAIC beim Thema Alkohol ein Mitbestimmungsrecht. Und gerade dort wurde nun ein unerwartet radikaler Entschluss gefasst: Keinen harten Alkohol mehr in all ihren Häusern zu servieren. (USA Today)

Was genau wurde beschlossen? 

  • Getränke mit mehr als 15 Vol.-% Alkohol werden verboten. 
  • Ausgenommen sind also Bier, Wein oder der in den USA beliebte Malt-Liquor.
  • Das Verbot tritt am 1. September 2019 in Kraft. 
  • Über 6100 Verbindungen an 800 Unis wollen sich daran halten. 

Wie kam es zu dem Schritt?

Immer wieder sind Menschen bei den "Hazing" genannten Initiationsriten gestorben. Besonders schlimme Fälle haben in jüngster Zeit eine neue Debatte angestoßen. 

Einer davon ist der von Tim Piazza. Nach dem Tod des 19-Jährigen im Jahr 2017 wurde seine Verbindung "Beta Theta Pi" in New Jersey geschlossen, 26 Mitglieder stehen nun wegen Totschlags vor Gericht. (CNN)

Nach dem Trinkritual war Piazza schwer gestürzt, seine Verbindungsbrüder brachten ihn aber nicht ins Krankenhaus, sondern legten ihn auf eine Couch und feierten weiter – trotz sichtbar schwerer Verletzungen. Erst zwölf Stunden später riefen sie den Notarzt. Piazza starb im Krankenhaus.

Sein Vater Jim, der mit anderen Eltern von Hazing-Opfern einen Wandel fordert, nannte die Entscheidung am Dienstag "einen Anfang". 

Es wird einen Unterschied machen. Es gibt viele andere Reformen, die sie auch noch umsetzen müssen, es gibt viel zu tun. Aber es ist ein Anfang.

Piazza sagte außerdem, das langfristige Ziel müsse sein, das Leben an der Uni sicherer zu machen. (USA Today)

Die Entscheidung für das Alkoholverbot des Frat-Zusammenschlusses war nahezu einstimmig. Allerdings haben sie sich ein Schlupfloch offen gelassen: Bisher ist nicht verboten, das harter Alkohol weiterhin angeboten wird, wenn ihn anstelle der Verbindung ein externer Händler direkt vor Ort verkauft. (Chronicle)


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