Die Parkland-Überlebenden halten immer noch zusammen.

Fast ein Vierteljahr ist es her, dass ein Angreifer in der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida 17 Menschen erschoss, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Der Amoklauf von Parkland hat die USA verändert, Hunderttausende gingen mit den Überlebenden auf die Straße. Während die USA seitdem über Waffengesetze diskutieren, versuchen die Hinterbliebenen von Parkland trotz allem wieder Normalität zu erleben.

Schon Ende Februar, nur zwei Wochen nach dem Amoklauf, kehrten die Schüler und Schülerinnen in die High School zurück. Am Samstagabend fand nun der Abschlussball statt. Der sogenannte Prom markiert den Abschluss der High-School-Jahre – und ist für viele Schüler in den USA eine große Sache.

Auch an der Stoneman Douglas High School wurde dieses Jahr trotz allem wieder ein Abschlussball organisiert. Die Abschlussklasse feierte das Ende ihrer Schulzeit – und gedachte gleichzeitig denen, die an diesem Tag nicht bei ihnen sein können.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei vor allem eine Geste: Der beste Freund des verstorbenen Joaquin Oliver, Dillon McCooty, führt dessen Freundin, Victoria Gonzalez, zum Abschlussball aus.

Auf den Fotos sieht man die beiden lachen, im Hintergrund scheint die Sonne. Die Bilder zeigen, dass die Jugendlichen von Parkland immer noch füreinander sorgen. Der Zusammenhalt der Gruppe hatte schon nach dem Amoklauf viele Menschen in den USA bewegt, aber auch Kritik von Republikanern auf sich gezogen.

Wie der Prom ansonsten verlief, ist nicht bekannt, die meisten US-Medien bemühten sich an diesem Abend bewusst um Zurückhaltung. 

Bleibt zu hoffen, dass die Schüler und Schülerinnen von Parkland den Abend so verbringen konnten, wie sie es sich für ihren Schulabschluss wünschten – und es auch für andere von ihnen schöne Momente gab, wie diese Fotos sie zeigen.


Gerechtigkeit

Chelsea Manning: "Ich wurde in einem Käfig in der Wüste gefangen gehalten"
Die Whistleblowerin über ihr Leben im Gefängnis – und den Weg in die Freiheit.

Es war ein umjubelter Auftritt: Das Publikum der Berliner Netzkonferenz re:publica feierte Chelsea Manning bei ihrem Besuch in der Hauptstadt frenetisch. Die US-Whistleblowerin, 30, ist zum ersten Mal seit ihrer Freilassung vor einem Jahr im Ausland unterwegs. Nach einem Bühnenauftritt konnte SPIEGEL ONLINE sie als erstes deutsches Medium interviewen.

SPIEGEL ONLINE: Frau Manning, Sie sind vor einem Jahr freigekommen, nach sieben Jahren Haft. Wie sah Ihr Start ins Leben in Freiheit aus?

Manning: Zuerst war da eine große Euphorie, auf meine Freilassung folgte eine Art Flitterwochen-Gefühl. Aber alle Dinge, die mich zu meinen Taten getrieben haben, sind während meiner Haftzeit noch viel schlimmer geworden. Also konnte sich nie das Gefühl einstellen, dass ich mich zur Ruhe setzen kann. Es gibt viele wichtige politische Fragen, die darauf warten, adressiert zu werden. Nicht nur in den USA, sondern weltweit. Und wir können damit nicht mehr warten.