Jetzt muss sie 350.000 Dollar Entschädigung zahlen.

Die erste Liebe kann intensiv sein. Manche würden alles dafür tun, um sie zu halten. Eine junge Frau aus Kanada hat das etwas zu wörtlich genommen: Sie fälschte den Absage-Bescheid der Traum-Uni an ihren Freund, damit er nicht zum Studium in die USA geht. 

Was ist passiert?

Als 20-Jähriger studierte Eric Abramovitz in Kanada Musik, genau wie seine damalige Freundin. Seit er sieben Jahre alt war, spielte er Klarinette. Er hatte in Kanada schon zahlreiche wichtige Wettbewerbe gewonnen und Solo-Auftritte in großen Symphonie Orchestern gegeben. Sein großer Traum war es, in Los Angeles an der renommierten Musikhochschule "Colburn Conservatory of Music", bei einem der besten Klarinetten-Lehrer der Welt zu lernen, Yehuda Gilad

Also bewarb er sich für einen Platz und ein Stipendium im Umfang von 50.000 Dollar pro Jahr. Ohne das Stipendium hätte er sich die Ausbildung nicht leisten können. Tatsächlich hat er einen der zwei begehrten Plätze bekommen – erfahren hat er das allerdings erst Jahre später. Das erzählte der heute 24-Jährige im Interview mit BuzzFeed.

Ich bin damals durch sehr dunkle, wütende und traurige Tage gegangen.
Eric Abramovitz

Wie hat seine Ex-Freundin die Absage gefälscht?

Abramovitz und seine Freundin wohnten damals bereits zusammen. Facebook und sein E-Mail-Postfach seien damals immer offen gewesen, er habe ihr vertraut, sagte Eric. Seine Freundin hatte also freien Zugang zu seinen Nachrichten. Im März 2014 habe sie die Zusage per Mail dann wohl abgefangen und vermutlich aus Angst, ihren Freund zu verlieren, gehandelt:

  • Zuerst antwortete sie dem berühmten Klarinetten-Lehrer, Yehuda Gilad, im Namen von Abramovitz: Er lehne den Studienplatz und das Stipendium ab, mit der Begründung, dass er schon anderweitig verplant sei. 
  • Dann löschte sie die Originalmail von Gilad und erstellte einen Fake-Account. Sie schickte Abramovitz eine Absage und bot ihm stattdessen einen Platz an der University of Southern California an, mit einem kleinen monatlichen finanziellen Zuschuss – vermutlich wohlwissend, dass ihr damaliger Freund sich das nicht leisten konnte.

Sechs Monate nach diesem Vorfall haben die beiden sich getrennt. "Es wurde alles zu intensiv, es hat einfach nicht richtig funktioniert", sagt Abramovitz heute über die Beziehung.

So sieht Abramovitz heute mit seiner jetzigen Freundin aus:

Wie hat Abramovitz letztlich von dem Betrug erfahren?

Nach seinem Abschluss an der Musikhochschule in Kanada bewarb er sich um einen Studienplatz an der University of Southern California, wo Gilad auch unterrichtete. Er wurde zu einem Vorspiel eingeladen. Vor dem gleichen Mann zu stehen, der ihn Jahre zuvor "abgelehnt" hatte, sei einschüchternd gewesen, erzählte Abramovitz. Nach dem Vorspiel nahm Gilad ihn beiseite und wollte wissen, was er hier mache – schließlich habe er doch Jahre zuvor abgelehnt, bei ihm zu lernen. 

Abramovitz schickte die Mail mit der Absage an Gilad, der ihm bestätigte, dass sie nicht von ihm sei. Da begann er nachzuforschen. Erst versuchte er, den Account zurückverfolgen zu lassen – ohne Erfolg. Irgendwann begann er in Betracht zu ziehen, dass seine Ex-Freundin hinter der Sache stecken könnte. Das bestätigte sich, als er sich schließlich mit einem der Passwörter, die sie immer genutzt hatte,  Zugang zu dem Account verschaffen konnte. 

In einem Interview mit "AM to DM" erinnert sich Abramovitz daran zurück, wie seine Ex-Freundin, die für die "Absage" verantwortlich war, ihn getröstet hat:
"Das ist wahrscheinlich das verstörendste an der ganze Sache: Sie war damals für mich da – dabei war sie diejenige, die überhaupt verantwortlich war. Ich verstehe nicht, wie man sich nicht schuldig fühlen kann, nachdem man jemanden so hintergeht."

Was ist passiert, nachdem der Betrug aufgeflogen ist?

Abramovitz hat geklagt – und gewonnen. 300.000 Dollar Schadensersatz wollte er von seiner Ex-Freundin haben. Der Richter gestand ihm am vergangenen Mittwoch, als das Urteil gefällt wurde, sogar 350.000 Dollar zu, aufgrund der "verachtenswerten Beeinflussung von Mr. Abramovitz Karriere". 

So hört es sich an, wenn Eric Abramovitz Klarinette spielt:

Was sagt die Ex-Freundin zu der ganzen Sache?

Sie ist weder den Einladungen des Gerichts gefolgt, noch hat sie auf Interviewanfragen reagiert. 

Abramovitz blickt nicht verbittert auf diese Geschichte zurück. Er konnte letztlich doch noch bei Yehuda Gilad lernen und sich seinen Traum erfüllen. "Klar, zwei Jahre später erst, an einer anderen Schule, die natürlich auf diesem Wege viel teurer war, als Colburn es gewesen wäre – aber ich habe es trotzdem geschafft, das zu tun, was ich von Anfang an tun wollte."

Abramovitz wird jetzt wieder nach Kanada ziehen – wo auch seine derzeitige Freundin lebt – und eine Stelle beim "Toronto Symphonie Orchester" annehmen. 


Gerechtigkeit

Christian Lindner biedere sich der CSU an: Juli-Chefin legt sich mit FDP-Spitze an
"Das ist ein gefährliches Spiel."

Die Taktik der etablierten Parteien, um keine Wähler an die AfD zu verlieren, scheint derzeit vor allem zu sein, selbst ein bisschen mehr nach rechts zu rücken. Die FDP hat es jüngst vorgemacht. 

Die Fraktion hatte am Freitag einen Entschließungsantrag in den Bundestag eingebracht, wonach Schutzsuchenden künftig die Einreise verweigert werden soll, wenn sie bereits in einem anderen EU-Staat registriert sind. Damit hatten sie sich der Position von CSU-Chef Horst Seehofer angeschlossen, der derzeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Ausrichtung der Asylpolitik streitet. Der Antrag der FDP wurde vom Bundestag abgelehnt. (Welt)

Kein richtiges Vorgehen, findet der Jugendverband der FDP. 

Die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, lehnt den Vorstoß der Fraktion ab.