Bild: Larry W. Smith/dpa
Es sind die meisten Toten durch Schusswaffen seit zwanzig Jahren

In den USA sind im vergangenen Jahr so viele Menschen durch Schusswaffen ums Leben gekommen wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Studie des amerikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) hervor. 

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie?

  1. Im Jahr 2017 sind insgesamt 39.773 Menschen in den USA durch Schusswaffen tötlich verletzt worden, das sind 109 Menschen am Tag.
  2. Damit gab es durch Schusswaffen mehr Tote als durch Verkehrsunfälle (37.133)
  3. Pro 100.000 Einwohner wurden in den USA zwölf Menschen erschossen: So viele wie seit 1996 nicht mehr ("The Guardian")

Im Vergleich zu anderen Staaten liegt dieser Wert sehr hoch. In Deutschland wurden auf 100.000 Einwohner in Deutschland 0,9 Menschen durch eine Waffe tödlich verletzt.

Wurden alle Todesopfer ermordet?

Nein. 14.542 Fälle wurden als Mord gewertet. Diese Opfer sind sehr ungleich verteilt: Etwa die Hälfte der Mordopfer sind afro-amerikanisch, obwohl sie als Bevölkerungsgruppe nur sieben Prozent der Gesamtbevölkerung der USA ausmachen, das berichtet das Giffords Law Center to Prevent Gun Violence.

Die Organisation wurde von der ehemaligen Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords gegründet, die selbst Opfer eines Schusswaffenangriffs war. Sie kommentierte: "Es ist inakzeptabel, dass die Zahl der Toten durch Schusswaffen steigt, während Washington sich weigert, überhaupt über Gesetze zu debattieren, die helfen könnten, Leben zu retten", berichtete SPIEGEL ONLINE.

Was haben die Forscher ansonsten herausgefunden?

486 Todesfälle wurden als versehentliche Tötungen eingestuft, wie ein Fall eines dreijährigen Kindes, dass seine einjährige Schwester erschoss, da eine Waffe frei zugänglich auf einem Bett gelegen hatte.

Der größte Teil der Todesfälle geht auf Suizide durch Schusswaffen zurück. Das CDC zählte insgesamt 23.854 Fälle und somit etwa 60 Prozent aller Todesfälle. Besonders oft fanden die Suizide in Staaten mit sehr liberalen Waffengesetzen statt, wie etwa Wyoming, Montana und Alaska. 

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