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Drei Fragen, drei Antworten

Waffen lassen sich in den USA an vielen Orten kaufen – selbst im Supermarkt. Doch wenn es nach der texanischen Organisation "Defense Distributed" geht, könnten die Amerikaner in Zukunft ihre Pistolen im 3D-Drucker einfach selbst bauen. 

Dafür sollten heute die Baupläne im Internet veröffentlicht werden. Doch ein Bundesgericht hat das Vorhaben in letzter Minute gestoppt. 

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Worum geht es?

Die Organisation "Defense Distributed" aus Texas hatte angekündigt, die Pläne von diesem Mittwoch an zum Download anzubieten (bento). Letztendlich waren die Pläne für eine aus Plastik bestehende Pistole vom Typ "Liberator" ("Befreier") allerdings bereits am Dienstag online gestellt worden. 

Mehr als 5.000 Nutzer luden die Daten für den 3D-Druck der einzelnen "Liberator"-Teile und die Anleitung für den Zusammenbau der Waffe herunter. Inzwischen ist die Seite wieder offline.

Cody Wilson, Gründer von "Defense Distributed", mit einer Pistole aus einem 3D-Drucker. Er hatte bereits 2013 Pläne für den Bau der Pistole aus dem 3D-Drucker veröffentlicht. Das Außenministerium stoppte ihn kurz darauf.(Bild: dpa)

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Warum wird über das Thema so erbittert gestritten?

Kritiker befürchten, dass durch die Veröffentlichung der Pläne Schusswaffen in falsche Hände geraten könnten und die öffentliche Sicherheit gefährdet wird. Mithilfe der Anleitung wäre es Privatpersonen möglich gewesen, unkontrolliert eigenen Waffen im 3D-Drucker herzustellen, die nicht registriert sind. 

Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington hatten wegen der Pläne Anfang der Woche einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Mike Pompeo geschickt und vor der Veröffentlichung gewarnt. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, sagte:

"Dadurch erhalten Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen."
Washingtons Generalstaatsanwalt Ferguson

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Was sagt US-Präsident Trump dazu?

Die US-Regierung hatte im Juni unerwartet einen Vergleich mit "Defense Distributed" geschlossen, der die Veröffentlichung der Pläne im Internet gestattete. Zuvor hatte der Gründer der Organisation immer wieder erfolglos versucht, die Baupläne zu veröffentlichen. 

Am Dienstag distanzierte sich US-Präsident Trump allerdings von dem Vorhaben und schrieb auf Twitter: "Es scheint nicht besonders sinnvoll zu sein". Trump sagte weiter, er habe bereits mit der US-Waffenlobby NRA über das Thema gesprochen.

Den Washingtoner Generalstaatsanwalt Bob Ferguson und viele seiner Kollegen überzeugte das allerdings bislang wenig. Sein Hauptstadtdistrikt Washington und sieben weitere Bundesstaaten haben die US-Regierung wegen des Vergleichs mit "Defense Distributed" verklagt.


Mit Material von dpa


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