Bild: Bill Pugliano/Getty Images
Weil es ja nichts Wichtigeres gibt, worüber man mit Alexandria Ocasio-Cortez reden könnte. 🙄

Alexandria Ocasio-Cortez ist sowas wie der Anti-Trump. Sie ist jung, sie ist demokratisch, sie ist eine Frau – und gerade in den US-Kongress eingezogen (bento).

Die 29-Jährige mit den puerto-ricanischen Wurzeln vertritt das 14. Kongressdistrikt von New York, das Teile der Bronx und Queens umfasst. Sie selbst ist dort groß geworden. Bei ihren Wählerinnen und Wählern punktete sie im Wahlkampf mit Vorhaben wie kostenlosen Colleges, staatlicher Krankenversicherung und Abschaffung der Grenzpolizei. Sie selbst nennt sich eine "demokratische Sozialistin".

Und damit hat es Alexandria Ocasio-Cortez im immer noch von älteren weißen Männern dominierten Repräsentantenhaus nicht unbedingt leicht. 

Das wurde deutlich, als sie vergangene Woche in einem Interview zugab, dass sie sich keine Wohnung in Washington D.C. leisten könne, bevor sie das erste Gehalt von ihrem neuen Job bekommt. (New York Times)

Das wurde auch deutlich, als sie vergangene Woche ihre ersten Arbeitstage im Kongress hatte – und direkt von einem Reporter kritisiert wurde. Und zwar für ihr Outfit.

Was steht in dem Tweet?

Eddie Scarry, ein Reporter des Washington Examiner, tweetete ein Foto von Ocasio-Cortez, das sie von hinten zeigt. Sie geht einen Flur entlang, ist – soweit man das erkennen kann – im Business Look gekleidet.

Und dieser Look ist scheinbar ein Problem für Scarry. Denn er kommentierte:

Ich sage euch was: Diese Jacke und dieser Mantel sehen nicht nach einem Mädchen aus, das Probleme hat.

Damit will er offenbar andeuten, dass Ocasio-Cortez' Klamotten zu teuer aussehen, als dass ihre Geschichte mit der Miete wahr sein könnte. Vielleicht sogar, dass sie als sozialistische Politikerin unglaubwürdig sei.

Wie bitte, Eddie?

Ganz abgesehen davon, dass man aus einem einzigen Bild unmöglich schließen kann, wie teuer Ocasio-Cortez’ Jacke tatsächlich ist – will Reporter Scarry ihr wirklich vorwerfen, dass sie sich für ihren neuen Job als Abgeordnete passend gekleidet hat? Denn was sonst sollte sie im US-Kongress tragen, als einen Blazer und eine Jacke?

Genau so sah es auch Ocasio-Cortez selbst. Sie reagierte auf Twitter mit einer ebenso gelassenen wie positiven Antwort auf Scarrys absurden Tweet:

"Wenn ich in einem Sack in den Kongress gekommen wäre, hätten sie gelacht und mich von hinten fotografiert.
Wenn ich mit meinen besten Klamotten aus dem Schlussverkauf komme, lachen sie und fotografieren mich von hinten.

Die Dunkelheit hasst das Licht – deshalb blendest du sie am besten aus.
Strahle hell & kämpfe weiter."

Für ihren Post bekam sie viel Unterstützung.

Die meisten Twitter-Nutzerinnen und Nutzer wollten auf den fiesen Ton von Scarry gar nicht erst eingehen – und antworteten stattdessen mit Ironie.

Sie posteten Fotos von anderen Menschen in teurer Kleidung, versehen mit Scarrys Kommentar. Und zeigten so erneut, wie kleingeistig und absurd diese Äußerung war.

Hier ein paar Beispiele:

Doch neben all den Scherzen gab es auch noch ein paar ernste Töne. Von Leuten, die es satt sind, dass bei einer jungen Politikerin, die Großes vorhat, trotzdem wieder nur über Äußerlichkeiten geredet wird.

Und von Leuten, die wissen, wie es ist, wenig Geld zu haben – und versuchen, das beste daraus zu machen.

Scheinbar hat übrigens auch Eddie Scarry irgendwann gemerkt, dass sein Tweet daneben war – denn er hat Foto inklusive Kommentar inzwischen gelöscht.


Gerechtigkeit

Sie sagen Sexisten den Kampf an – diese Menschen stecken hinter #GamerLeaksDE
"Als wenn es die Hater interessieren würde, wenn sie gesperrt würden."

Bis Montagnachmittag hatte Sopsi, 21, mit Gamern nicht viel am Hut. "Ich spiele höchstens mal Mario Kart", sagt die Bayerin. Am nächsten Tag hatte sie #GamerleaksDE ausgelöst, eine Hasswelle brach auf Twitter über sie herein. Beschimpfungen, Drohungen – im Sekundentakt.

Begonnen hat alles mit einem Tweet: Ein Nutzer machte sich über weibliche Genitalien lustig, auf ziemlich geschmacklose Weise. Sopsi saß in der Straßenbahn, fuhr zur Arbeit, als sie den Tweet sah. Sie beschloss, zurückzuschlagen. Sie retweetete den Ursprungspost, schrieb dazu: