Donald J. Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (bento). Vor allem im Mittleren Westen und in vielen Südstaaten gewann er Stimmen. Trump hat dort die einfachen Arbeiter angesprochen, Demokratin Hillary Clinton blieb für viele zu abgehoben, zu elitär.

Welche Staaten haben die Wahl entschieden?

Vor allem die sogenannten Swing States – die mal von Republikanern, mal von Demokraten geholt werden. Das sind zum Beispiel Florida, Ohio, North Carolina und die "Rust Belt"-Staaten Pennsylvania, Michigan und Wisconsin im Norden der USA. Fast alle gingen an Trump.

Was sagten die Umfragen vorher?

Im Vorfeld dachten viele Experten, Clinton gewinnt in den Swing States – vor allem Florida. Die Analysten von FiveThirtyEight sahen ihre Chancen noch vergangene Woche bei mehr als 70 Prozent.

Grundsätzlich lag Clinton in den landesweiten Umfragen zwischen 3 und 5 Prozentpunkten vor Trump. Die "New York Times" schrieb deswegen noch am Montag, dass Clinton mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent Präsidentin würde.

Mehrere Gründe:

  • Umfragen zur US-Wahl haben meist eine Fehlerspanne von rund 3 Prozentpunkten. Die Umfragen sind eine Tendenz – bieten aber keine absolute Sicherheit ("Business Insider").
  • Die meisten Umfragen verlassen sich lediglich auf rund 1000 Befragte. Bei mehr als 320 Millionen US-Bürgern ist das sehr wenig – aber trotzdem repräsentativ. Was allerdings bei den Umfragen fehlt: Sie geben keinen realistischen Bevölkerungsschnitt wieder. Der Anteil von Frauen, Schwarzen oder Rentnern wird nicht beachtet, so konnte es passieren, dass viele Trump-Anhänger in den Umfragen einfach nicht auftauchten.
  • Viele Umfragen könnten sich auch aufeinander gestützt haben. Institute neigen zum sogenannten "herding": Um als glaubhafter gesehen zu werden, orientieren sich Statistiker an bereits veröffentlichten Umfragen. Dadurch tauchen Ausreißer – also zum Beispiel eine deutliche Prognose für Trump – seltener auf ("Business Insider").
  • Gerade bei dieser Wahl waren viele US-Bürger lange unsicher. Sie sagten in Umfragen noch nicht, zu wem sie wirklich tendieren. In den vergangenen beiden Wochen dürfte für viele die FBI-Ermittlungen gegen Clinton schwerer gewogen haben als die Sexismus-Vorwürfe gegen Trump zuvor:

Wer hat wie gewählt?

Junge wählen Clinton, Alte wählen Trump:

(Bild: CNN )

Ähnlich wie beim Brexit gibt es einen großen Unterschied zwischen den Generationen: Die 18- bis 39-Jährigen wählten eher die Verliererin, Hillary Clinton. Bei der Gruppe der Menschen über 40 Jahren liegt Trump vorne. Je älter die Wähler, desto größer sein Vorsprung.

Frauen wählen Clinton, Männer Trump:

(Bild: CNN )

"Grab them by the pussy" – so spricht Donald Trump über Frauen. Rund 40 Prozent hielt es nicht davon ab, ihn trotzdem zu wählen. Eine handfeste Überraschung nach den vielen frauenfeindlichen Sprüchen im Wahlkampf.

Weiße wählen Trump, Minderheiten wählen Clinton:

(Bild: CNN )

Wie erwartet hat die Mehrheit der weißen Amerikaner Trump gewählt. Schwarze, Latinos und Asiaten wählten eher Clinton. Diese Umfrageergebnisse sind jedoch besonders unsicher. Hier hängt es stark davon ab, an welchem Wahllokal gefragt wurde (SPIEGEL ONLINE).

So würde das Wahlergebnis aussehen, wenn keine weißen US-Bürger gewählt hätten (Motherjones.com). Es gäbe nur demokratische Staaten:

Gebildete wählen Clinton, Ungebildete wählen Trump:

(Bild: CNN )

Donald Trump hatte einen Vorsprung bei Amerikanern ohne College-Abschluss. Bei College-Absolventen und Wählern mit höheren Bildungsabschlüssen lag Clinton vorne.


Today

Diese Sätze hat Donald Trump wirklich von sich gegeben

Es ist unvorstellbar. Vor einigen Monaten galt er noch als Politclown, jetzt ist Donald Trump Präsident der USA.

Im Wahlkampf punktete er mit Populismus, Hetze gegen Ausländer und völlig unrealistische Forderungen. Und er fiel immer wieder auf: wegen seiner vielen Äußerungen, die ihn nicht nur von Anfang an für ein politisches Amt in Frage stellten, sondern auch als Mensch.