Bild: WDR/Oliver Ziebe
Steuerhinterziehung, schon mal gehört?

Wer reich ist, wird immer reicher – und wer arm ist, wird immer ärmer. Das ist unfair und muss diskutiert werden: In der Talkshow "Hart aber Fair" von Frank Plasberg geschah nun genau das. 

Die Sendung lief unter dem Titel "Der Club der Reichen - wie viel Ungleichheit verträgt das Land". 

Es ging darum, dass die soziale Schere immer weiter auseinander geht. Und zu Gast waren: 

  • Juso-Chef Kevin Kühnert
  • der Unternehmer Christoph Gröner
  • der Soziologe und Elitenforscher Professor Michael Hartmann,  
  • die Wirtschaftsjournalistin Bettina Weiguny 
  • und FDP-Politiker Hermann Otto Solms.

Vor allem Kevin Kühnert teilte aus – und schimpfte über "Oligarchie" in Deutschland.

Als Oligarchie bezeichnet man eine Staatsform, in der wenige Mächtige über die Mehrheit herrschen. Der Juso-Chef Kevin Kühnert richtete seinen Vorwurf vor allem an den Unternehmer Christoph Gröner.

  • Gröner ist Immobilieninvestor und hat in Köln gerade ein gigantisches Bauprojekt "Cologneo I". 
  • Als es ihm mit der Baugenehmigung zu lange dauerte, wollte er bei der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker Druck machen. (Welt)
  • Es wurde ein Einspieler aus der ARD-Dokumentation "Ungleichland" (ARD-Mediathek) gezeigt, in der deutlich zu hören ist, wie Gröner Druck macht. 

Vor seinen Mitarbeitern sagt er: 

"Wir können denen ja mitteilen, dass die Niederlassung Nordrhein-Westfalen sich dann vielleicht doch nach Düsseldorf einkehrt. Ich glaube, die Frau Reker, wenn die Gewerbesteuerzahlungen der CG Gruppe hier wegfallen, das wird sie schon beeindrucken."

Letztendlich ging es dann mit seiner Baugenehmigung nicht schneller, doch einen Eindruck von Gröner und seiner Arbeitsweise hat der Zuschauer bekommen. (Kölner Stadt-Anzeiger) Auch Kevin Kühnert.

Denn der schüttelt daraufhin nur den Kopf und bringt es auf den Punkt:

Herr Gröner will als Leistungsträger in unserer Gesellschaft besonders mitbestimmen können. Das nennt man Oligarchie. Und ich mag keine Oligarchie.
Kevin Kühnert

Von Unternehmer Gröner gibt es dafür kein Verständnis. Er bezeichnet sich selbst als "Mittelständler"  – obwohl sein Privatvermögen auf circa 80 Millionen Euro geschätzt wird. Man hört Sätze von ihm wie "Reichtum ist keine Sünde und auch nichts Schlechtes". 

Der Unternehmer Christoph Gröner(Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Doch je mehr Gröner redet, desto mehr merkt man, dass sein Weg zum Reichtum und Reichtums-Erhalt eher kritisch betrachtet werden sollte.

  • So findet er zum Beispiel, dass Reiche nicht stärker besteuert werden sollten, denn der Staat gebe Steuern nur für das Falsche aus, zum Beispiel für nicht arbeitswillige "Hartz-4-Schmarotzer". 
  • Er fände es besser, wenn besser Betuchte in eine Art Fonds einzahlen, bei dem sie dann auch selbst entscheiden, wo das Geld hinfließt. Gröner wäre da sehr an einer besseren Bildung und Schulen gelegen. 
  • Es sollte jedem klar sein, dass das kein Modell ist, das in einer Demokratie (in der das Volk wählt, wer für sie entscheidet, nicht die Wirtschaft) funktionieren kann. Wenn die Reichen entscheiden, was gefördert werden kann und soll, wo kämen wir da hin? 

Auch Kevin Kühnert versucht, Gröner zu erklären, dass Demokratie und Sozialstaatlichkeit so nicht funktionieren – und stößt auf völliges Unverständnis beim Unternehmer.

Als Gröner schließlich das Thema "Drogenparks" anbringt – hier greife der Staat nicht hart genug durch, durch Schwarzhandel gehe dem Staat viel Geld verloren – kontert Kühnert mit Steuerhinterziehung

Dadurch gingen dem Staat jedes Jahr rund 50 Milliarden Euro* verloren. Und das passiere nicht in Drogenparks – sondern in den Chefetagen der Unternehmen. (Kölner Stadtanzeiger)

*Korrektur, 11.45 Uhr: Wir hatten zuerst "50 Millionen Euro" geschrieben. Den Fehler bitten wir zu entschuldigen. 


Gerechtigkeit

Melania Trump setzt Obama-Kampagne zum Schutz von Kindern fort
Gute Initiative!

Scheinbar ist doch nicht alles schlecht, was von der Obama-Regierung kam: Die US-First Lady Melania Trump will sich mit einer neuen Kampagne für das Wohl von Kindern einsetzen. Dabei soll es unter anderem um die Nutzung sozialer Medien und um die Aufklärung über Drogenmissbrauch gehen. 

Bei einer Broschüre zur Initiative hat Melania Trump sich offenbar sehr an einem vier Jahre alten Infoblatt orientiert, das damals von der Obama-Regierung veröffentlicht wurde.