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Ein Bericht verrät auch, wer in Deutschland am meisten Drogen nimmt.

Die Vereinten Nationen haben ihren jährlichen Drogenbericht veröffentlich, den "World Drug Report 2018".

Auf mehreren hundert Seiten haben sie Daten über den Drogenkonsum von Menschen weltweit gesammelt, ausgewertet und aufbereitet.

  • Wo ist Koks am günstigsten?
  • Wie hat sich der Drogenkonsum weltweit entwickelt?
  • Wo werden Drogen gekauft? 

Wie wurde der Bericht erstellt?

Um Aussagen über die einzelnen europäischen Länder zu treffen, hat die UNO Daten mit Hilfe schriftlicher Umfragen erhoben. Zusätzlich wurden Daten von Landesbehörden hinzugezogen, in Deutschland hat das Bundeskriminalamt Zahlen geliefert. Unvollständige Antworten wurden mithilfe der EU-Polizeibehöre Europol durch Schätzungen ergänzt. Die Datensätze gehen bis 1990 zurück, es lassen sich Entwicklungen bis 2016 ablesen. (Vice)

Wir haben die fünf spannendsten Fakten zusammengetragen:

1

Immer mehr Drogen werden online im Darknet gekauft

  • In Finnland werden weltweit die meisten Drogen übers Internet gekauft, durchschnittlich etwa 45 Prozent. 2014 wurden dort nur rund 35 Prozent der Drogen aus dem Darknet bezogen. 
  • Auch in Deutschland werden mehr Drogen im Darknet bestellt, allerdings deutlich weniger als in Finnland: 2014 waren es knapp drei Prozent, 2018 etwa 7,5 Prozent.
  • In Deutschland wurde durch den Drogenkauf im Darknet im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern, die die Studie berücksichtigt, am meisten Geld umgesetzt: 25 Millionen Euro. Am häufigsten werden Amphetamine und Ecstasy online gekauft, gefolgt von Cannabis und Kokain. 

2

Der Drogenkonsum weltweit ist stabil

  • Im Jahr 2016 konsumierten etwa 275 Millionen Menschen auf der ganzen Welt zwischen 15 und 64 Jahren mindestens einmal Drogen.
  • Das sind etwa 5,6 Prozent der Weltbevölkerung.

3

Männer rauchen Cannabis, Frauen nehmen eher Beruhigungsmittel

  • Gut sieben Prozent der Männer zwischen 15 und 64 Jahren konsumierten in Deutschland 2016 mindestens einmal Cannabis. Bei den Frauen waren es knapp fünf Prozent.
  • Dafür liegen die Frauen beim Konsum der nicht-ärztlich verschriebenen Beruhigungsmittel vorne: Mehr als sechs Prozent konsumierten mindestens einmal in 2016, bei den Männern waren es dagegen nicht einmal fünf Prozent.

4

Bei älteren Deutschen steigt der Drogen-Konsum am stärksten

  • Zwischen 2006 und 2015 ist der Konsum von nicht-verschriebenen Drogen in Deutschland in allen Altersgruppen gestiegen, vor allem aber bei den Über-40-Jährigen. In der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen hat sich der Drogenkonsum mehr als verdoppelt
  • Im Bericht wird der Anstieg damit begründet, dass ältere Menschen häufiger unter krankheitsbedingten Schmerzen leiden, die sie durch die Drogen zu lindern versuchen. Gleichzeitig bekämpfen sie damit womöglich auch emotionale Schmerzen wie Trauer, soziale Isolation oder Einsamkeit.
  • Trotzdem konsumieren junge Deutsche immer noch weitaus häufiger Drogen als ältere Deutsche.

5

Koks wird in Europa günstiger

  • 72 Euro kostest das Gramm Koks 2016 durchschnittlich in Deutschland, 1990 waren es noch 103 Euro. Deutschland liegt damit europaweit im Mittelfeld.
  • In Österreich war Koks 1990 in Westeuropa am teuersten. Ein Gramm kostete 170 Euro. 2016 zahlte man dafür nur noch 95 Euro.
  • 2016 war das Koks in Schweden am teuersten. Dort zahlt man umgerechnet 101 Euro pro Gramm. Zum Vergleich: 1990 waren es noch 137 Euro.
  • Am billigsten kommt man in Großbritannien an Koks: Nur 46 Euro kostete das Gramm dort.
  • Die Preisschwankungen hängen unter anderem mit der Konkurrenz zwischen den Drogenproduzenten in den Produktionsländern zusammen. Je mehr Anbieter es gibt, desto billiger wird die Ware.
  • Zum anderen werden die Vertriebswege kürzer, was ebenfalls die Preise sinken lässt.

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