Bild: YouTube/Дмитрий Воробяк
Die ukrainische Staatswanwaltschaft ermittelt.
Was ist passiert?

Die ukrainische Staatsanwaltschaft auf der Krim ermittelt gegen Scooter, weil die Band bei einem Festival auf der von Russland besetzten Schwarzmeerinsel aufgetreten ist. Das berichtet die Nachrichtenagentur Unian. Demnach werde Deutschland gebeten, bei einer Befragung der Technoband aus Hamburg Rechtshilfe zu leisten. Scooter drohen laut Agentur bis zu acht Jahre Haft.

"Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird."
Andrej Melnyk, der ukrainische Botschafter in Deutschland
Was wirft die Staatsanwaltschaft der Band vor?

Russland hatte die Krim 2014 besetzt. Nach Ansicht der ukrainischen Regierung verletzt jeder die Grenzen des Landes, der über Russland auf die Krim reist. Künstler, die seit der Besetzung dort aufgetreten sind, lässt die Ukraine nicht mehr ins Land. Zuletzt traf es die russische Kandidatin für den ESC, Julia Samoilowa.

Auch die EU erkennt die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel durch Russland nicht an und hat Moskau deshalb mit Sanktionen belegt.

Screenshot von zb-fest.ru
Um welches Festival geht es?

Um das ZBFest in Balaklawa, nahe der Hafenstadt Sewastopol. Scooter trat am Freitagabend als Headliner gespielt. Dort hat die russische Marine einen wichtigen Stützpunkt. Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtet, dass die Fans die Band ausgelassen feierten. Tatsächlich lieferte die Band eine klassische Scooter-Show – "How much is the fish" inklusive.

Hier seht ihr ein Video, das offenbar von dem Auftritt auf der Krim stammt:

Darin ist H.P. Baxxter zu sehen, er bedankt sich beim Publikum, stellt die Tänzerinenn vor und ruft ins Mikrofon: "Wonderful crowd tonight in Crimea. Big shout to everybody who made this possible. Thank you so much. See you next time. Wicked!"

Wusste die Band nicht, dass es Ärger geben würde?

Doch. Spätestens seit Juni, als die Konzertreise bekannt wurde, hätten die Bandmitglieder ahnen können, dass ihre Pläne Widerstand hervorrufen würde. Damals hatte der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker in einem Brief geschrieben:

Wir fragen uns, wo der nächste Auftritt der Band sein wird? Vielleicht im US-Gefangenenlager Guantanamo? Jedes Konzert auf der Krim sei politisch hochbrisant, auch wenn man sich als Musiker aus der Politik heraushalten wolle, so der Direktor. Es erwecke den Eindruck von Normalität, die es dort nicht mehr gebe.

Scooter-Frontmann H.P. Baxxter reagierte auf die Kritik mit Unverständnis: "Wir haben die Anfrage bekommen und spielen da im Rahmen eines Festivals. Wir sehen das als rein musikalisches Event, wir spielen für unsere Fans." Das sieht die ukrainische Staatsanwaltschaft offenbar anders.

Noch hat sich Scooter zu den Ermittlungen nicht geäußert. Auf Facebook postete die Band stattdessen ein Bild vom Konzert:

Thank you crimea, amazing crowd!

Posted by Scooter on Saturday, August 5, 2017

Unter dem Post streiten sich die Kommentatoren, ob das Konzert okay war – oder Scooter tatsächlich bestraft werden sollte.


Fühlen

Immer öfter raste ich ohne Grund total aus. Was ist mit mir los?
Claudia, 29, fragt: