Bild: Vimeo/Berlin Kidz
Auf der Strecke ist schon ein Surfer gestorben.

Eine U-Bahn fährt ein. Mehrere maskierte Typen klettern auf der vom Bahnsteig abgewandten Seite eilig auf die Bahn. Als sie wieder beschleunigt, drücken sie sich flach auf das gelbe Dach. 

Dann folgen: waghalsige Aktionen auf der fahrenden U-Bahn, Sprünge in einen Fluss, dramatische Szenen. Die Bilder gehören zu einem Video der "Berlin Kidz", einer Gruppe junger U-Bahn-Surfer. Auf Facebook wird das Video gerade tausendfach geteilt – und hat dort eine kleine Debatte ausgelöst. 

In zahlreichen Kommentaren wird darüber diskutiert, ob die Aktion cool oder einfach nur bescheuert ist. Junge U-Bahn-Surfer schweben in Lebensgefahr – und die Kamera hält drauf. 

Spannender als alles, was sonst so läuft, sagen die einen.

Sinnlos und gefährlich, sagen die anderen.

Was es auf jeden Fall ist: gefährlich.

Denn die "Berlin Kidz" drehten ihr Video auf einer Strecke in Berlin, auf der 2015 ein junger Mann gestorben ist – während des Surfens. Die "Berlin Kidz" scheint das nicht zu stören. Im Video inszenieren sie sich als furchtlose Helden, untermalen ihre Sprünge mit packender Musik.

Das Video ist professionell mit mehreren Kameras gedreht. Mal filmen sich die Männer gegenseitig, mal wird eine Drohne eingesetzt. Der Zuschauer ist immer möglichst nah dran, bekommt einen Eindruck des Adrenalinkicks. Am Anfang des Videos wird darauf hingewiesen, es handele sich um "professional train surfers". 

Don't attempt to recreate or re-enact and stunt or activity performed on this video.
"Berlin Kidz" auf Vimeo

Einer springt am Landwehrkanal aus einigen Metern ins Wasser. 

(Bild: Vimeo/Berlin Kidz)

Ein anderer posiert stehend und nackt auf der U-Bahn.

(Bild: Vimeo/Berlin Kidz)

Alles soll wie großer Spaß wirken. 

Aber eben einer, der auch tödlich enden kann. U-Bahnen können immerhin bis zu 70 km/h aufnehmen. Die Berliner Verkehrsbetriebe warne daher vor dem Video:

Das ist ein Aufruf zum Selbstmord.
BVG-Sprecherin Petra Reetz

Im Video preisen die "Berlin Kidz" ihr Hobby trotzdem an. "Better to have a short life that is full of what you like than a long life spent in miserable way", sagt eine Stimme im Off. Laut der Gruppe haben sie an drei Tagen gedreht, es wären drei Tage voller Freiheit gewesen.

Valerian Verny sieht das anders. Der Vater hat 2015 seinen Sohn auf eben jener Strecke verloren. Er sagt: 

Mit Heldentum haben solche Aktionen nichts zu tun

Sein Leben für einen solchen vermeintlichen und schnelllebigen Ruhm im Internet zu gefährden sei es nicht wert. (Berliner Morgenpost)


Gerechtigkeit

Finnen wollen Trumps Gesicht in Eisberg hauen, um ihm zu zeigen, wie real der Klimawandel ist
Manche Leute glauben's erst, wenn sie es sehen.

Eine Gruppe finnischer Aktivisten sammelt nach eigenen Angaben Geld, um das Gesicht von Donald Trump in einen Eisberg in der Arktis zu hauen.

Der Gedanke dahinter: So wollen sie auch dem amerikanischen Präsidenten zeigen, dass sich die Erde erwärmt und das unschöne Folgen haben kann.

Der Plan spielt außerdem auf Mount Rushmore an. In den Berg sind die Gesichter vier symbolträchtiger US-Präsidenten gehauen. Trump hatte bei einem Auftritt in Ohio über die Möglichkeit gesprochen, sein Gesicht auch eines Tages hinzufügen zu lassen. Die Gruppe spricht deshalb vom "Project Trumpmore". (The Hill)