Bild: bento / Reuters
Was ist passiert?

Das türkische Militär hat ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Das Kampfflugzeug sei in den türkischen Luftraum eingedrungen und deshalb nach mehreren Warnungen von Kampfjets abgeschossen worden, teilte die Türkei mit. Russland bestreitet, in den türkischen Luftraum eingedrungen zu sein. (Süddeutsche)

Berichten von Fernsehsendern zufolge ist das brennende Wrack auf der syrischen Seite der Grenze abgestürzt, die Piloten haben sich offenbar mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug retten können.

Was wissen wir über das Kampfflugzeug?

Es handelt sich offenbar um ein russisches Militärflugzeug vom Typ SU-24. Das melden sowohl syrische Aktivisten als auch russische Medien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte, dass es sich um ein russisches Kampfflugzeug handelt (SPIEGEL ONLINE).

Der Kampfjet habe den syrischen Luftraum nicht verlassen, teilte das russische Verteidigungsministerium weiter mit. Die Türkei gibt dagegen an, dass ein türkischer F-16-Jet das russische Kampfflugzeug abgeschossen habe. Vorher seien die Piloten zehn Mal innerhalb von fünf Minuten gewarnt worden. Der Vorfall ereignete sich in der syrischen Region Latakia (Süddeutsche).

Was ist mit den Piloten?

Das Schicksal der beiden Piloten ist noch unklar. Offenbar suchte das türkische Militär mit Hubschraubern nach ihnen. Zudem gibt es Berichte, wonach sich die Piloten in der Gewalt von turkmenischen Kämpfern befinden sollen. (SPIEGEL ONLINE)

Nicht der erste Streit zwischen der Türkei und Russland
  • In Syrien fliegen sowohl Russland als auch Frankreich und die USA Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat". Das russische Militär greift auch Rebellen an, die gegen Assad kämpfen.
  • Die Türkei hat Russland in der Vergangenheit bereits öfter vorgeworfen, den türkischen Luftraum verletzt zu haben, und den russischen Botschafter einbestellt. Zuletzt fing die türkische Luftwaffe am 3. Oktober einen russischen Kampfjet ab. Eine weitere Luftraumverletzung, die die NATO Russland vorgeworfen hatte, dementierte Russland. (SPIEGEL ONLINE)
Putin reagiert harsch
  • Der russische Präsident Wladimir Putin drohte in einem Statement mit "ernsthaften Konsequenzen": Die Türkei sei der russischen Luftwaffe "in den Rücken gefallen". Die russischen Piloten hätten niemanden bedroht.
  • Der russische Jet habe sich zum Zeitpunkt des Abschusses vier Kilometer von der Grenze entfernt auf syrischem Gebiet befunden und sei durch eine Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden. Er widersprach damit der anfänglichen Darstellung der russischen Seite, dass die Maschine vom Boden aus angegriffen worden sei. (The Guardian)
Nato beruft Sondertreffen ein

Die Nato hat für heute um 17 Uhr eine Sondersitzung einberufen. Der Abschuss des russischen Kampfjets ist vor allem heikel, weil die Türkei der Nato angehört und in einem ernsthaften Konflikt mit Russland um den Beistand der restlichen Alliierten bitten könnte.

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