Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Tag 16 im Shutdown-Streit in den USA

Seit 16 Tagen sind Teile der US-Regierung stillgelegt – hunderttausende Bedienstete sind ohne Lohn im Zwangsurlaub, einige müssen ohne Bezahlung sogar weiter arbeiten. Der Grund dafür: Demokraten und Republikaner können sich nicht einigen im Streit um die Mauer an der Grenze zu Mexiko. Jetzt droht US-Präsident Trump mit einem nationalen Notstand, um seine Pläne durchsetzen zu können.

Wie kam es zum Shutdown?

Im Dezember musste die US-Regierung den Übergangshaushalt verabschieden, damit sämtliche Behörden auch weiterhin arbeiten können. Die von Trump geforderten fünf Milliarden Dollar für den Bau der Mauer waren in dem vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Haushalt allerdings nicht enthalten – weshalb der US-Präsident ihn nicht unterzeichnen wollte.

Seit dem 21. Dezember stehen Teile der Regierung deshalb still – und eine Einigung ist nicht in Sicht. Die Demokraten, welche die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, beharren auf ihrer Position, kein Geld für die Mauer stellen zu wollen. Für Trump aber war der Bau der Mauer eines seiner größten Wahlversprechen – er will es unbedingt durchbringen.

Wie will Trump jetzt vorgehen?

Am Sonntag drohte Trump, notfalls den nationalen Notstand auszurufen und so den Mauerbau gegen das Parlament durchzusetzen. "Es kann sein, dass ich den nationalen Notstand ausrufe, es kommt darauf an, was in den nächsten Tagen passiert", sagte der Präsident.

Tatsächlich ist Trump von seiner Forderung nach einer Grenzmauer etwas abgerückt und will stattdessen nun einen Stahlzaun errichten lassen. Dieser sei auch weniger auffällig als eine Betonmauer, gleichzeitig aber sogar noch stabiler. Trump will den Stahlzaun als Gewinn verkaufen – sein Stabschef Mick Mulvaney erklärte aber, das Abrücken vom Beton sei das Entgegenkommen Trumps an die Demokraten. 

Zuvor hatte Trump bereits mit einem "jahrelangen Shutdown" gedroht, sollten die Demokraten nicht dem Bau der Mauer zustimmen. 

Auf Twitter verkündete der US-Präsident am Sonntagabend, Vizepräsident Pence habe mit den Demokraten "produktive Gespräche" geführt und wies auf den geplanten Stahlzaun hin. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte mehrfach erklärt, man würde nicht dafür stimmen, Geld für den Bau einer Mauer im Haushalt bereitzustellen – und auch für einen Stahlzaun fanden sich bei den Demokraten keine Befürworter.

Welche Auswirkungen hat der Shutdown bisher?

Betroffen vom Stillstand sind unter anderem die Nationalparks – dort wird kein Eintritt mehr kassiert, weshalb sich viele US-Bürger zunächst einen Grund zur Freude haben. Der Shutdown bedeutet aber auch, dass in den Parks nicht mehr aufgeräumt wird – in einigen gibt es inzwischen große Probleme mit der Müllabfuhr, in den Rocky Mountains mangelt es an Winterdienst.

Ureinwohner bemängelten zudem, dass Reservate besonders betroffen sind, wo die Bundesregierung einen Teil des Bildungsangebotes und der Nahrungsbelieferung finanziert. 

Mit Material von dpa


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Golden Globes: "Bohemian Rhapsody" ist Sieger des Abends
Die wichtigsten Gewinner im Überblick.

Bei den Golden Globes war "Bohemian Rhapsody" einer der Gewinner des Abends. Der Film über Queen-Frontmann Freddie Mercury gewann den Preis als bestes Filmdrama, Hauptdarsteller Rami Malek wurde außerdem als bester Drama-Darsteller ausgezeichnet. Als beste Komödie gewann die Filmbiografie "Green Book".

Das sind die weiteren Gewinner im Filmbereich:

  • Der Preis für die beste Drama-Darstellerin ging an Hollywood-Veteranin Glenn Close in "The Wife" – sie stach damit unter anderem Lady Gaga aus, die für "A Star is Born" aber immerhin einen Globe für den besten Song ("Shallow" mit nach Hause nehmen konnte.
  • Ein wichtiger Gewinner des Abends war auch der Netflix-Film "Roma": Das spanischsprachige Drama über das Leben einer Hausangestellten in Mexiko gewann den Preis für den besten fremdsprachigen Film, Alfonso Cuarón wurde außerdem dafür als bester Regisseur ausgezeichnet.
  • Christian Bale gewann den Golden Globe als bester Komödien-Darsteller für seine Rolle als ehemaligen US-Vizepräsident Dick Cheney in der Politsatire "Vice", Olivia Coleman siegte mit ihrem Königinnen-Auftritt in der Tragikomödie "The Favourite – Intrigen und Irrsinn".

"Green Book" gewann neben dem Preis als beste Komödie außerdem Preise für die Drehbuchautoren sowie Nebendarsteller Mahershala Ali.

Das sind die wichtigsten Gewinner im Serienbereich:

  • Der Preis für die beste Dramaserie ging an "The Americans" – die Serie über zwei russische Agenten, die in den USA ein Doppelleben führen war dieses Jahr nach sechs Staffeln zu Ende gegangen. Trotz jahrelangem Kritikerlob ist das die bislang größte Auszeichnung für die Serie.
  • Als beste Comedyserie wurde "The Kominsky Method" ausgezeichnet. Für die Netflix-Produktion über einen in die Jahre gekommenen Schauspieler gewann auch Hauptdarsteller Michael Douglas einen Golden Globe.
  • Als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie wurde Sandra Oh für "Killing Eve" ausgezeichnet – Oh moderierte die Preisverleihung zudem gemeinsam mit "Brooklyn Nine Nine"-Star Andy Samberg.
  • Der Preis für den besten Drama-Darsteller ging an Richard Madden in der erfolgreichen BBC-Serie "Bodyguard".
  • Für "The Marvelous Mrs. Maisel" gewann Rachel Brosnahan die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin – bei den Emmys, dem wichtigsten Serien-Preis in den USA war die Serie im vergangenen Sommer einer der großen Gewinner.

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Film- und Serienpreise nach den Oscars sowie den Emmys. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

Mit Material von dpa