Bild: Michael Zorn/Invision/AP/dpa
Die Zuschauer wussten trotzdem, was los war. 😏

Schauspieler Robert de Niro sollte eigentlich nur eine Performance von Bruce Springsteen ankĂŒndigen, doch er nutzte seinen Auftritt bei den Tony Awards, den wichtigsten Theaterpreisen der Welt, fĂŒr ein politisches – und sehr eindeutiges – Statement: "Ich werde eine Sache sagen: Fuck Trump!" Und fĂŒgte hinzu:

Es ist nicht mehr lÀnger 'Weg mit Trump', es ist Fuck Trump!
Robert de Niro bei den Tony Awards

Beim US-Fernsehsender CBS, der die Verleihung ĂŒbertrug, hörten die Zuschauerinnen und Zuschauer davon jedoch nichts – und blieben deswegen wohl verwundert zurĂŒck, als viele Menschen im Saal begeistert von ihren Sitzen aufsprangen und de Niro zujubelten, als er die SĂ€tze sagte. 

Dass die Szene bei CBS zensiert wurde, hat jedoch keinen politischen Hintergrund – es geht allein um das Wort "Fuck". Das darf im frei empfangbaren US-Rundfunk nicht gesagt werden, sonst drohen teils empfindliche Geldstrafen fĂŒr den Sender. 

Seit Jahren werden deswegen Live-Sendungen mit einigen Sekunden Zeitverzögerung gezeigt, damit Schimpfwörter herausgeschnitten werden können. 

Im australischen Fernsehen lief die Szene unzensiert:

FĂŒr mehr als eine halbe Minute jubelten ihm die Promis aus der Theater- und Musicalbranche zu, wĂ€hrend de Niro mit erhobenen FĂ€usten vor ihnen steht. Und schnell ist auch den Fernsehzuschauern klar, was da gerade gesagt wurde.

Manche machen sich deshalb ĂŒber die Zensur lustig: 

Andere feiern Robert DeNiro einfach nur:

Und diese Nutzerin vermutet dass Donald Trump schon bald antworten wird – obwohl der ja gerade zum Treffen mit Nordkoreas Diktator gereist ist:


Today

Die Überlebenden des Parkland-Massakers rĂŒhren bei den Tony Awards alle zu TrĂ€nen

In den USA sind auch die Musicals politisch – vor allem dann, wenn SchĂŒler mitsingen, die einen Amoklauf ĂŒberlebt haben. Am Sonntag wurden in New York die Tony Awards verliehen, die wichtigsten Theaterpreise der Welt. Sie sind sozusagen die Oscars des Broadway. 

"Harry Potter und das verwunschene Kind" war einer der AbrĂ€umer des Abends, neben dem besten neuen TheaterstĂŒck gewann die neue ErzĂ€hlung aus dem Leben des nun erwachsenen Zauberers fĂŒnf weitere Preise – nur das Musical "The Bands Visit" war mit zehn Auszeichnungen noch erfolgreicher.

Mit dabei bei den Tony-Awards waren auch Überlebende des Amoklaufs in Parkland – und rĂŒhrten mit ihrer Performance zu TrĂ€nen.