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Viele Dating-Apps versenden mehr Nutzerdaten als eigentlich nötig. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Auswertung der Stiftung Warentest, die Donnerstag in der Ausgabe 3/2018 der Zeitschrift "test" erscheint. Die Tester haben dafür von November bis Januar insgesamt 22 grundsätzlich kostenlose Kennenlern-Dienste untersucht, mit alleinigem Fokus auf den Datenschutz.

Geht es in Diskussionen über Dating-Apps sonst meist um Kosten, etwaige Fake-Profile oder die Erfolgschancen, wirklich jemand kennenzulernen, hat sich die Stiftung Warentest das Datensendeverhalten der iOS- und Android-Apps der Dienste angesehen, ebenso die zugehörige Datenschutzerklärung.

Das ernüchternde Ergebnis: Was das Datensendeverhalten angeht, haben die Tester bei 20 der 22 Dienste mindestens in einer der beiden App-Versionen "erhebliche Schwächen" ausgemacht. Bei Tinder, Grindr, Badoo und ElitePartner beispielsweise bekommen beide App-Varianten das Prädikat "kritisch", bei anderen Programmen wie eDarling, Lovescout24 und Neu.de gilt diese Einschätzung jeweils nur für die iOS-App. 

Lediglich zu den Diensten Bildkontakte und KissNoFrog heißt es plattformübergreifend, dass über die App keine "unnötigen Daten" versendet werden.

In einer Erklärung zum Vorgehen schreibt die Stiftung Warentest, dass sie bei allen Apps den Datenverkehr ausgelesen und analysiert habe – wie genau, bleibt unklar. 

Das Urteil zum Datensendeverhalten habe "kritisch" gelautet, wenn eine App Daten sende, "die für ihren Betrieb nicht notwendig sind", heißt es. Als Beispiele für solche Daten werden die Geräte-Identifikationsnummer des Smartphones und der Name des Mobilfunkanbieters genannt.

Als Problem sahen es die Tester außerdem an, wenn Daten aus den Profilen, etwa zum Alter des Nutzers, an Werbefirmen gesendet werden. Das soll etwa bei Grindr der Fall sein: Hier schickt die iOS-App demnach das Geschlecht und das Alter des Nutzers an Werbefirmen. Facebook erhalte von Grindr derweil den Namen des Mobilfunkanbieters und Nutzungsstatistiken der App.

Den Namen des Mobilfunkanbieters verraten Facebook auch beispielsweise die iOS-App von Lovoo und beide Apps-Varianten von Tinder, schreibt die Stiftung Warentest. Zu Tinder heißt es außerdem, die iOS-App übertrage Geräteinfos an eine US-Marketingfirma.

Wie schlimm sie eine Übermittlung solcher Daten finden, müssen Dating-Interessierte selbst abwägen. 

Im Artikel wird nicht erwähnt, ob und inwiefern die Datenweitergabe beim jeweiligen Anbieter Basis des Geschäftsmodells ist.

Doch auch das wäre kein Grund, dem Nutzer nicht klar zu sagen, welche Daten man für wen sammelt und zugänglich macht. Insofern werfen auch die Ergebnisse im zweiten Testbereich, einer Analyse der Datenschutzerklärungen, ein schlechtes Licht auf den Markt der Dating-Apps.

Bei keinem der 22 Dienste kommen die Tester der Stiftung Warentest zu dem Schluss, dass die Informationen darüber, wie gesammelte Daten genutzt und weitergegeben werden, "genau" seien. 17 Mal lautet das Fazit "ungenau", fünf Mal sogar "sehr ungenau". Bei den Apps Grindr, Happn und Romeo kritisieren die Tester zudem, dass die Datenschutzerklärung nur in englischer Sprache abrufbar ist.

Dass man sich auf den Schutz seiner Informationen bei Dating-Apps nicht blind verlassen sollte, hat sich in der Vergangenheit übrigens schon öfter gezeigt – auch jenseits bewusster Datenweitergaben der Unternehmen. 

So wurde zum Beispiel erst kürzlich bekannt, dass Hacker bei Tinder Interaktionen von Nutzern nachvollziehen konnten, wenn sie sich im selben Netzwerk befanden. Und 2015 machte AshleyMadison.com weltweit Schlagzeilen, weil nach einem Hack Nutzerdaten des Seitensprungportals im Netz veröffentlicht wurden.

Tatsächlich sollte man also gleich vor zwei Hintergründen – mit Blick aufs jeweilige Geschäftsgebaren und auf mögliche Sicherheitslücken – überlegen, welche Daten man einer Dating-App anvertraut. Die Stiftung Warentest betont zu diesem Thema auch noch einmal: 

"Alles, was Dating-App-Anwender öffentlich auf ihr Profil stellen, kann von anderen Nutzern und vom App-Anbieter gesehen werden."

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen. 


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