Dein nächstes Match könnte unangenehm werden

Wer in den nächsten Tagen Tinder nutzt und plötzlich massenweise Matches erhält, hat es möglicherweise mit echten Profis zu tun. Oder zumindest mit Menschen, die bereit sind, dafür Geld zu zahlen, die Likes von anderen gesammelt abarbeiten zu können. Denn die Dating-App führt mit "Tinder Gold" eine neue Funktion ein, die für die meisten Nutzer eher gruselig sein dürfte.

Like + Like = Match - so funktioniert Tinder eigentlich seit Jahren. Schreiben können sich nur Menschen, die sich gegenseitig interessant finden. Daran soll sich auch mit der neuen Funktion grundsätzlich nichts ändern. Doch mit "Tinder Gold" können zahlende Nutzer jetzt sehen, wer sie gelikt hat, noch bevor sie sich selbst entscheiden müssen. Kosten soll das Ganze etwa fünf Euro im Monat, die Funktion wird momentan weltweit freigeschaltet.

Wer will, kann also gezielt einfach alle Matches annehmen, die möglich sind. Oberflächliches Massen-Matchen wird so besonders leichtgemacht. Das könnten viele Nutzer der normalen Version unangenehm finden, doch es ist eine legitime Möglichkeit, die App zu nutzen.

Noch viel weitreichender ist aber, dass die Entwickler mit der Neuerung jetzt ein grundsätzliches Prinzip von Tinder abschaffen: Wer Zuneigung von anderen will, muss selbst Zuneigung zeigen. Mit der neuen Funktion werden vermutlich Millionen neugieriger Nutzer entblößt, ohne dass sie dafür die Gewissheit haben, selbst etwas über den anderen zu erfahren. 

Oder härter gesagt: Mit der neuen Funktion sitzen Gratis-Nutzer jetzt im Schaufenster und alle Zahlungswilligen mit etwas Geld dürfen zugreifen, darüber grinsen oder es weitererzählen. Das ist gruselig.

26 Millionen Matches soll es täglich auf Tinder geben. 

Mit dem neuen Update könnten es ein paar weniger werden.

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