Nach Böhmermanns Witzen schlägt Ramelow zurück

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat auf Twitter Jan Böhmermann gedisst. Ramelow und Böhmermann hatten sich eigentlich zu einem Treffen verabredet, aber der Kölner Satiriker tauchte aber nicht auf.

Was war da los?

Im vergangenen Februar hatte Böhmermann sich in seiner Show über das Bundesland Thüringen und Ramelow persönlich lustig gemacht. Dabei thematisierte Böhmermann besonders das Hobby von Ramelow: Der sammelt leidenschaftlich gern Pilze

Nachdem Böhmermann den Ministerpräsidenten immer wieder deswegen verspottet hatte, lud Ramelow ihn auf eine selbstgekochte Pilzpfanne ein.

Böhmermann nahm die Einladung in seinem Podcast "Fest und Flauschig" an und versprach, zum Pilzesammeln und -essen nach Thüringen zu kommen. Wie das lokale Nachrichtenportal Thüringen24 berichtet, wollten sich die beiden eigentlich in dieser Woche treffen – doch Böhmermann tauchte nicht auf.

Wie reagierte Ramelow?

Der Ministerpräsident twitterte gleich zweimal. Der erste Post: ein Seitenhieb. Ramelow lud ein Selfie hoch, auf dem er vor einem "Pilzerlebnispfad" zu sehen ist. Dazu fragte er Böhmermann, wo er sei, der Tag sei schließlich fast vorbei.

Morgens schon postete er ein Video, das Böhmermann und ihn als Comicfiguren beim Pilze sammeln zeigt. Der selbsternannte "blasse, dünne Junge" wirkt darin planlos und sammelt nur Fliegenpilze, daraufhin schlägt sich Ramelow mit der flachen Hand auf die Stirn.

Welche Reaktionen auf den Diss gibt es?

Vielen Nutzern auf Twitter gefiel es, dass Ramelow auf das Bashing von Böhmermann einging – und zurückfeuerte. Einige zeigten sich auch enttäuscht, dass der Satiriker das Treffen sausen ließ. Deshalb fordern nun viele, dass Böhmermann Ramelow in eine der nächsten Folgen seiner Show "Neo Magazin Royale" einlädt.

Aktualisierung: Inzwischen hat sich Jan Böhmermann auf Youtube zu Wort gemeldet und entschuldigt sein Fehlen aus verschiedenen Gründen. Ob diese euch überzeugen? Schaut selbst:


Today

Es gibt weniger Angriffe auf Asylunterkünfte – aber es sind immer noch viele
Trotzdem gibt es immer noch jeden zweiten Tag einen Angriff

Zwischen Januar und September 2018 gab es nur halb so viele Angriffe auf Flüchtlingsheime wie im Vorjahreszeitraum. Dies geht aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) berichtet.

Was genau steht in dem Bericht?

Laut BKA gab es in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt 110 Straftaten gegen Asylunterkünfte. 

  • Darunter fielen unter anderem Sachbeschädigungen (38) sowie Schmierereien und Propaganda (36). 
  • Dies seien weniger als halb so viele Straftaten (44 Prozent) wie im Vorjahreszeitraum gewesen. 
  • Während es 2017 im Schnitt 80 Straftaten pro Quartal gab, waren es 2018 nur noch durchschnittlich 36

Was bedeuten die Zahlen?

Zwar seien die Straftaten weniger geworden, trotzdem gäbe es durchschnittlich noch immer alle zweieinhalb Tage einen Angriff auf eine Asylbewerberunterkunft

Bei diesenWerten handele es sich um vorläufige Zahlen. Meist komme es zum Ende des Jahres noch zu einer Reihe von Nachmeldungen. 

Dennoch gehen die Angriffe weiter zurück. 

  • 2017 registrierte das BKA insgesamt 312 Straftaten gegen die Wohnheime. 
  • 2016 waren es noch 995 Straftaten.
  • 2015 sogar 1031.

Warum sind die Zahlen so stark gesunken?

Laut der "NOZ" dürfte es daran liegen, dass es weniger Ziele für die Attacken gibt. Viele Notunterkünfte hätten geschlossen werden können. Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Asylbewerberinnen und Bewerber nach Deutschland gekommen. Nach Aussage des Bundesinnenministeriums stellten in diesem Jahr bisher 142.167 Menschen einen Asylantrag, dies bedeutet einen Rückgang von 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Wer sind die Täter?

Oft haben die Attacken einen rechtsradikalen Hintergrund. Das sei laut BKA in 108 von 110 Fällen so gewesen. Die häufigsten Straftaten seien Sachbeschädigung, Verbreitung von Propaganda und Schmierereien und vereinzelte Fälle von Gewaltdelikten und Volksverhetzung.