Bild: dpa/Brian Lawless

Sie wollen die gleichgeschlechtliche Ehe blockieren, Abtreibungen verbieten und sogar die Todesstrafe wieder einführen: die britische Democratic Unionist Party (DUP). Die ultrakonservative Partei könnte künftig Großbritannien mitregieren.

Wie kam es dazu?

Letzte Woche wählten die Briten ein neues Parlament. Theresa Mays regierende Partei, die sogenannten "Tories", ging dabei als Gewinner aus der Wahl, allerdings ohne absolute Mehrheit.

Nun braucht sie Verbündete, um regieren zu können. Die DUP ist zwar die größte Partei Nordirlands, aber eine der kleinsten im britischen Unterhaus: sie stellt nach der Wahl nur zehn von 650 Abgeordneten. Das reicht jedoch, um May zur gewünschten Mehrheit zu verhelfen. “Wir sind in einer starken Verhandlungsposition, die wir mit Genuss auskosten werden", erklärte Fraktionschef Jeffrey Donaldson daraufhin. (Manager Magazin

Jeffrey Donaldson(Bild: imago stock/Brian Lawless)
Wie wahrscheinlich ist eine Koalition mit der DUP?

Alle anderen möglichen Partner – die Liberaldemokraten, die Grünen, die Schottische Nationalpartei SNP und auch die zweitstärkste Kraft, die Labour-Partei – hatten zum Teil bereits in der Nacht der Wahl eine Regierungskoalition ausgeschlossen. (Handelsblatt)

Bleibt also die DUP. Während es bei May so klang, als wäre das Bündnis in trockenen Tüchern, äußerte sich die DUP-Chefin Arlene Foster auf Twitter jedoch zurückhaltender: "Wir werden mit den Konservativen in Verhandlungen treten und sehen, welche Möglichkeiten wir haben, um unserer Nation Stabilität in diesen Zeiten großer Herausforderungen zu bringen." (focus)

Wie groß wäre der Einfluss der Partei? 

Verteidigungsminister Michael Fallon sagte zwar, es werde sich nicht um eine formale Koalition handeln. Die DUP solle die Regierung lediglich "bei den großen Sachen" unterstützen, etwa beim Haushalt, Verteidigungsfragen und dem Brexit. (SPIEGEL ONLINE)

Aber auch die DUP hat Forderungen. Einige dürften auf Widerstand der Tories stoßen. Zwei Beispiele:
  1. Die DUP will eine durchlässige, May und der rechte Flügel der Tories aber eine undurchlässige Grenze zwischen Nordirland und Irland. Für viele Menschen in beiden Ländern wäre eine Grenzschließung fatal: Sie pendeln beispielsweise zwischen den Ländern oder leben in dem einen, ihre Familie aber in dem anderen Land. (Guardian, Huffingtonpost)
  2. Einflussreiche Mitglieder der DUP nannten Schwule "abnormal" und "widerlich". Ruth Davidson allerdings, Chefin der schottischen Tories, geht mit ihrer Homosexualität ganz offen um. Sie zeigte sich besorgt darüber, welche Folgen die Verhandlungen für die LGBT-Gemeinschaft in Großbritannien haben könnten. (Zeit Online)
Im benachbarten Irland sieht es übrigens anders aus:

Auch insgesamt vertritt die DUP ein ultrakonservatives Programm:
  • 2011 sprachen sich fünf ihrer Mitglieder für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus. (Zeit Online)
  • Sie verleugnen den von Menschen verursachten Klimawandel und stellten 2008 und 2009 sogar einen Umweltminister, der ihn als „Schwindel“ abtat. (Huffingtonpost)
  • Sie verteidigen eines der härtesten Abtreibungsgesetze Europas. Viele Nordirinnen müssen dazu ins Ausland fahren oder sich online entsprechende Pillen verschaffen. (Guardian)

Für May war schon das Verfehlen der absoluten Mehrheit eine Niederlage, nun steht sie wegen der Verhandlungen mit der DUP erneut in der Kritik. Der frühere Tory-Finanzminister George Osborne sagte am Sonntag, Mays Tage seien gezählt, die einzige Frage sei, "wie lange sie noch im Todestrakt" sitze. (SPIEGEL ONLINE)


Art

Diese optischen Täuschungen treiben dich in den Wahnsinn

Ein junger Mann hält sein Smartphone in der Hand und nähert sich einem Spiegel im Wald. Immer näher, bis er schließlich durch den Spiegel hindurchgeht. Wer dabei Angst verspürt, kann beruhigt sein: Die Videos, mit denen Kevin Parry seine Fans verwirrt, sind schlicht sehr gute optische Illusionen

Seine faszinierenden Tricks werden in den sozialen Netzwerken von Millionen Usern gefeiert. Und alle spekulieren darüber, wie der 30-Jährige das nur möglich macht. Die Antwort gibt's am Ende des Videos.