Die Männer wurden festgenommen.

Vier Männer aus Syrien sollen im Auftrag des "Islamischen Staates" einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben. Drei von ihnen wurden nach SPIEGEL-Informationen am Donnerstag festgenommen. Ein vierter Verdächtiger befindet sich in Frankreich in Untersuchungshaft. (SPIEGEL ONLINE)

Wie konkret waren die Pläne?

Ein Szenario des Anschlags stand bereits fest: Zunächst sollten sich zwei Selbstmordattentäter nahe der Heinrich-Heine-Allee mitten in der Innenstadt in die Luft sprengen. Im Anschluss daran sollten weitere Terroristen Menschen töten. Die Heinrich-Heine-Allee ist der Knotenpunkt in der Stadt: Hier liegen die beliebtesten Geschäfte und auch die Bolkerstraße – die als Herz der "längsten Theke der Welt" gilt.

Wie der SPIEGEL berichtet, stand das Attentat aber nicht unmittelbar bevor. Sie beziehen sich dabei auf Informationen aus Sicherheitskreisen. Die Fahnder haben ihre Erkenntnisse bislang hauptsächlich aus den Zeugenaussagen des Mitglieds in Frankreich. Der WDR zitiert einen Ermittler, der erklärt: "Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten."

Woher stammen die Männer?

Alle vier Verdächtigen stammen wohl aus Syrien. Zwei von ihnen reisten 2014 mit Einverständnis der IS-Führung in die Türkei und kamen dann im vergangenen Jahr über die sogenannte Balkanroute – den Weg, den auch viele Flüchtlinge nehmen – nach Deutschland.

Anschließend sollen sie hier einen weiteren Syrer von ihren Vorhaben überzeugt haben. Hinzu kam offenbar ein vierter Landsmann, der sich seit 2014 in Deutschland aufhielt. Er war bereits für eine syrische Terrororganisation als Sprengstoffexperte tätig.

Warum erfolgten die Festnahmen gerade jetzt?

Der Mann, der in Frankreich in U-Haft sitzt, hatte sich nach den Terroranschlägen in Brüssel nach Frankreich begeben und dort die Anschlagspläne für Düsseldorf offenbart. Daraufhin informierten die Behörden ihre deutschen Kollegen, die den Mann vernahmen. Sie hielten seine Aussagen für glaubhaft und nahmen nun die drei Syrer fest.

Im Auftrag von Generalbundesanwalt Peter Frank wurden die Männer am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und in Brandenburg festgenommen. Sie sollen laut WDR-Informationen 25, 27 und 31 Jahre alt sein.


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