Bild: dpa / Etienne Laurent
Was ist passiert?

Im Pariser Vorort Saint-Denis hat die Polizei am Mittwochmorgen eine Anti-Terroroperation gegen Verdächtige durchgeführt. Sie stürmte eine Wohnung, in der sich mehrere Personen verschanzt hatten. Über Stunden hinweg lieferte sich die Polizei Gefechte mit den Verdächtigen. Der Einsatz wurde gegen 11.30 Uhr beendet, rund sieben Stunden hatte die Polizei das Haus umstellt (Guardian).

Eine erste Bilanz:

  • Eine verdächtige Frau habe sich in die Luft gesprengt, das teilte die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit.
  • Ein weiterer Mann sei von Schüssen und Granaten tödlich verletzt worden.
  • Insgesamt sind sieben Menschen festgenommen worden, berichten französische Medien übereinstimmend. Der letzte Verdächtige wurde erst um kurz vor 12 Uhr von den Sicherheitskräften abgeführt. (SPIEGEL ONLINE)
  • Fünf Polizisten seien leicht verletzt worden, twitterte die französische Polizei.
  • Bei dem Einsatz sei auch "Diesel", ein sieben Jahre alter Polizeihund, gestorben, schreibt die Polizei auf Twitter.
  • Die Operation hatte um 4.30 Uhr morgens begonnen, immer wieder waren Schüsse und Explosionen zu hören. Das französische Militär unterstützte die Polizei. (SPIEGEL ONLINE)
  • Unis und Schulen bleiben heute in Saint-Denis geschlossen. (Le Monde)
  • Die Wohnung liegt nur rund zwei Kilometer vom Stade de France entfernt, wo die Attentäter am Freitag während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland einen Anschlag verübt hatten. (Guardian)
Wer war das Ziel der Razzia?
  • Die französische Polizei fahndet derzeit nach einem möglichen neunten Attentäter der Angriffe in Paris. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte es vor der Aktion Hinweise gegeben, dass Abdelhamid Abaaoud sich in der Wohnung aufhalten könnte. Der 28-Jährige ist der meistgesuchte Islamist Belgiens und soll die Terrorserie vom Freitag organisiert haben.
  • Eigentlich hatte man ihn in Syrien vermutet. Über den Verbleib von Abaaoud machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.
  • Auch über die Identität der getöteten und festgenommenen Personen ist noch nichts bekannt.

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