Bild: US-Verteidigungsministerium
Was ist passiert?

Die USA haben einen Luftwaffenstützpunkt des syrischen Regimes angegriffen. Dutzende Raketen wurden nach einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump auf die Basis nahe Homs abgefeuert.  

Es handelt sich um den Flugplatz, von dem aus am Dienstag der mutmaßliche Giftgasangriff auf Zivilisten begonnen haben soll. Mindestens 85 Menschen starben dabei, davon waren 23 Kinder. Die syrische Regime soll für den Angriff verantwortlich sein. Trump wollte dafür nun Vergeltung (vox.com). 

Trump sagte: 

(Bild: JIM WATSON/AFP/Getty Images)
It is in the vital national security interest of the United States to prevent and deter the spread of chemical weapons.

Der syrische Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011 mit friedlichen Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Dieser schlug die Aufstände brutal nieder, Tausende wurden in Foltergefängnisse gesperrt. 

Die "Freie Syrische Armee" (FSA) rief zum bewaffneten Kampf gegen Assad auf. Im Chaos etablierten sich bald islamistische Milizen, darunter der "Islamische Staat" (IS), der große Teile Syriens eroberte. Von der FSA blieb fast nichts übrig.

Daraufhin flog ein internationales Bündnis der USA Luftschläge gegen den IS; Russland, der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützen Assads Armee. Menschenrechtler schätzen, dass bislang Hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr zu Syrien auf bento.

Warum ist das wichtig?

Es ist der erste bewusste US-Angriff auf das Regime von Machthaber Baschar al-Assad seit der Krieg 2011 begonnen hat. Trump scheint es nicht darum zu gehen, das Regime zu stürzen, sondern Assad lediglich einzuschüchtern. Er soll davor zurückschrecken, erneut Giftgas einzusetzen (SPIEGEL ONLINE). 

  • Damit riskiert Trump, dass sich das Verhältnis zwischen den USA und Russland verschlechtert. Beide wollten bislang vor allem die Islamisten im Land bekämpfen, aber nicht zusammenarbeiten. Russland kämpft auf der syrischen Seite.
  • Dem eigenen Land will Trump mit dem Angriff zeigen, dass er bereit ist, ohne Vorwarnung zuzuschlagen. Ursprünglich hatte Trump angekündigt, sich aus dem Nahen Osten zurückziehen zu wollen.
Warum ein direkter Krieg gegen Assad trotzdem unwahrscheinlich bleibt:

Trumps Erklärung:
Wie geht es jetzt weiter?

Trump kündigte zunächst keine weiteren Angriffe an. Dennoch droht der Krieg in Syrien weiter zu eskalieren. Unter den Machtkämpfen zwischen Syrien und Russland auf der einen und den USA auf der anderen Seite leidet vor allem die Bevölkerung, Hunderttausende Menschen sind bereits gestorben – das muss ein Ende haben.


Today

Nivea zieht Werbung nach Rassismus-Vorwurf zurück

Eine Werbeanzeige hat Nivea Ärger eingebracht: Die Kosmetikfirma musste ein Facebook-Posting zurückziehen, das Nutzern im nahen Osten angezeigt wurde. In der Anzeige wirbt Nivea für ein Deo, das keine Spuren auf der Kleidung hinterlassen sollen. Das Bild zeigt den Rücken einer Frau, die in weißer Kleidung auf einem Bett sitzt. In Großbuchstaben steht auf dem Bild "White is Purity", "Weiß ist Reinheit".

Etliche Menschen fühlten sich bei der Anzeige an rassistische Ideologien erinnert, die von der Annahme ausgehen, weiße Menschen seien anderen Menschen überlegen.