Offenbar verwechselte ihn die Polizei, hier sind die wichtigsten Antworten.


Was ist passiert?

Ein Syrer ist in der niederrheinischen Stadt Kleve wohl zu Unrecht inhaftiert worden und nun nach einem Brand in seiner Gefängniszelle gestorben. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in niederrheinischen Kleve am Montag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

  • Der Mann soll mehr als zwei Monate unschuldig im Gefängnis gesessen haben, bis in der Zelle Mitte September ein Feuer ausbrach. 
  • Die Staatsanwaltschaft Kleve hat Ermittlungen gegen mehrere Polizisten wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet.

Wieso saß der Mann unschuldig in Haft?

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass der 26-Jährige möglicherweise Opfer einer Namensverwechslung geworden war: Ein in Hamburg per Haftbefehl gesuchter Mann soll die Personalien des Syrers als Alias-Namen verwendet haben.

Als bei einem Polizeieinsatz in Geldern am Niederrhein die Personalien des Syrers überprüft wurden, wurde er wegen des Hamburger Haftbefehls festgenommen. 

Es müsse geklärt werden, wie es zu der Identitätsverwechslung kommen konnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur AFP. (Tagesspiegel)

Warum nicht schneller geklärt wurde, dass es sich bei dem in Hamburg gesuchten Mann um eine andere Person handelte, sei noch unklar. Es gebe keine Hinweise dafür, dass der tatsächlich Gesuchte bewusst falsche Personalien hinterlegt habe, sagte der Sprecher. (Tagesspiegel)

Was ist über den Tod bekannt?

Was zu dem Brand führte, war zunächst unklar. Wir haben bei der Staatsanwaltschaft angefragt und warten auf eine Rückmeldung.  

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Tochter von AfD-Politikerin sorgt für Eklat bei Poetry Slam. So wehrt sich die Szene jetzt

Eigentlich sollte es bei einem Poetry Slam in Speyer um Zivilcourage gehen – stattdessen sorgte eine 14-Jährige mit rassistischen Sprüchen für Aufregung. Andere Slammer reagieren darauf jetzt – und haben ein Preisgeld gegen Rechts ausgerufen.

Was ist bei dem Poetry Slam passiert?

Veranstaltet wurde der Poetry Slam vom Jugendstadtrat und der Initiative "Speyer ohne Rassismus – Speyer mit Courage". Dabei traten fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer an (Die Rheinpfalz). Eine Teilnehmerin war die Tochter der AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst. Videos des Auftritts kursieren im Internet. Im ersten Text der 14-Jährigen bei der Veranstaltung hieß es: "Multikulti tralala, die ganze Welt ist da" oder "Deutschland, heilig Aufnahmeland."

Ihren zweiten Text begann sie mit gespielter Entrüstung in der Stimme: "Der Neger ist kein Neger mehr. Zigeuner darf man auch nicht sagen. Rassistisch ist das beides sehr, so hört man es an allen Tagen." Wer es trotzdem wage, der werde ausgebuht. Und wenn der "Sarotti-Mohr" jetzt weiß werde, dann nenne sich das Zivilcourage. "Und wisst ihr was? Das ist für'n Arsch", so die 14-Jährige weiter.

Den Text beendete sie mit den Worten: "Und die Moral von der Geschicht? Nun steckt das Messer dir im Bauch, denn so ist's im Orient der Brauch. Rufen alle mit Applaus: 'Nazis raus!'" Aus dem Publikum war nach ihrem Auftritt lautes Klatschen und Jubel zu hören, es gab aber auch Pfiffe und Buhrufe.

Wie reagieren andere Slampoeten auf den Auftritt?