Bild: dpa/Marius Becker
Er soll syrischen Dschihadisten geholfen haben.
Was ist passiert?

Die Polizei hat am Dienstagmorgen in Mönchengladbach den Salafistenprediger Sven Lau festgenommen, berichtet SPIEGEL ONLINE. Lau steht unter Terrorverdacht. Er soll radikalen Dschihadisten in Syrien geholfen haben, sich dem IS anzudienen.

Wer ist Sven Lau?

Sven Lau ist einer der bekanntesten Salafisten in Deutschland, Verfassungsschützer und Kriminalbeamte beobachten den Extremisten seit Jahren. Außerdem ist Lau der Initiator der sogenannten "Scharia-Polizei".

Die Gruppe von elf jungen Männern hatte vergangenes Jahr in Wuppertal patroulliert und Passanten angesprochen. Dabei trugen die Männer orangefarbene Warnwesten mit der Aufschrift "Sharia Police" (FAZ). Als Scharia wird die islamische Rechtsschöpfung bezeichnet.

Die Aktion wurde gefilmt und auf YouTube gestellt. Mittlerweile ist das Video nicht mehr abrufbar. Es sorgte für bundesweite Empörung. Vor allem war es aber wohl ein PR-Stunt der Salafisten. Zuletzt hatte ein Gericht festgestellt, dass die Aktion nicht strafbar war (SPIEGEL ONLINE).

Was wird ihm vorgeworfen?

Der Bundesstaatsanwalt verdächtigt Sven Lau, die Terrororganisation Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa) in Syrien unterstützt zu haben. Er soll einem Flügel der Gruppe geholfen haben, der sich dem "Islamischen Staat" angedient hatte.

Nach Auffassung der Bundesstaatsanwaltschaft soll Sven Lau die Anlaufstelle der Dschihadisten in Deutschland gewesen sein. Er habe demnach zwei Dschihadisten rekrutiert und logistische sowie finanzielle Unterstützung geleistet. Konkret soll er unter anderem einem Dschihadisten in Syrien 250 Euro übergeben und drei Nachtsichtgeräte gekauft haben.

Zu dem Verfahren gegen Sven Lau kam es durch Ermittlungen gegen den deutschen Islamisten Ismail I. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat ihn im März zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er nach Syrien in den Dschihad gezogen war und dort gekämpft hatte. Den Anschluss an Jamwa soll er mit Hilfe von Sven Lau gefunden haben.

Laus Anwalt wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

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