Bild: dpa/Guido Kirchner

Ein schwerer Sturm zieht über Deutschland hinweg. Der Orkan "Friederike" hat sich bereits am Mittwoch über Großbritannien ausgetobt, nun ist er auf dem europäischen Festland angekommen.

Bisher sind mindestens acht Personen in Deutschland ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Die Bahn hat nun den Verkehr im ganzen Land eingestellt. Einige Städte warnen ihre Bürger davor, das Haus zu verlassen.

Am Donnerstagmorgen erreichte der Sturm Deutschland. 

Anfangs begann es in vielen Regionen zu schneien, ab dem Mittag tobten heftige Sturmböen mit mehreren hundert Stundenkilometern vor allem über Mitteldeutschland. 

Es wurde sogar ein neuer Rekord aufgestellt: Vor 11 Jahren wurde während des Sturms "Kyrill" auf dem Wendelstein eine Böe von 202 Stundenkilometern gemessen. "Friederike" hat das übertroffen – mit 203 Kilometern pro Stunde auf dem Brocken.

Der Deutsche Wetterdienst hatte "Friederike" am Donnerstagvormittag vom Sturmtief zum Orkantief heraufgestuft und warnte die Menschen mit ständigen Updates:

Videoaufnahmen aus den Niederlanden zeigten, wie extrem die Böen waren. 

Dort wurden Menschen wie Puppen über öffentliche Plätze und Straßen geweht:

A storm with 140 kph winds is currently causing chaos in the Netherlands.

Posted by Al Jazeera English on Donnerstag, 18. Januar 2018


In den Niederlanden und in Belgien sind durch den Sturm mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. 

Auch in Deutschland gab es Todesopfer: 

In NRW wurde ein 59-jähriger Mann auf einem Campingplatz von einem umstürzenden Baum erschlagen. Am Nachmittag wurde in Bad Salzungen (Thüringen) ein 28-jähriger Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen – ein weiterer wurde schwer verletzt. Im Kreis Soest kippte ein Transporter durch den Sturm auf der Straße um und geriet in den Gegenverkehr, wo er von einem Lkw gerammt wurde. Der 68-jährige Transporterfahrer kam dabei ums Leben.

Am Ende des Tages teilten die Rettungskräfte mit, dass mindestens acht Menschen in Deutschland durch den Sturm ums Leben gekommen waren.

Im ganzen Bundesgebiet wurden zudem etliche Menschen verletzt. 

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Die Deutsche Bahn stellte ab Mittag den kompletten Fernverkehr ein und bat die Kunden, ihre Reisen umzuplanen. Ein Pressesprecher sagte zur dpa: 

"Es wäre fahrlässig, die Züge irgendwo, wo man noch fahren kann, noch fahren zu lassen – und dann bleiben Hunderte Fahrgäste auf irgendeinem Bahnhof oder schlimmstenfalls auf freier Strecke hängen. Diese Situation müssen wir vermeiden, und deshalb diese harte Entscheidung, den Fernverkehr komplett in Deutschland einzustellen."

Duisburg warnte seine Bürger am Donnerstagmittag mit Sirenen vor dem Sturm und richtete einen Krisenstab ein. In Köln wurden alle verfügbaren Einsatzkräfte alarmiert. Die Stadt vermeldete bis zum späten Vormittag schon mehr als 300 Einsätze. (SPIEGEL ONLINE)

An vielen Schulen in Mitteldeutschland fiel am Donnerstag der Unterricht aus oder wurde am dem Mittag vorzeitig beendet. In Thüringen riss der Sturm am Nachmittag in der Kleinstadt Pößneck das Dach einer Schule ab. Die Schüler waren zu diesem Zeitpunkt noch im Gebäude, wurden aber nicht verletzt.

Mehrere Städte in NRW empfahlen den Menschen, bis zu einer Entwarnung in geschlossenen Räumen zu bleiben. Meteorologen rieten, sich nicht im Freien aufzuhalten, da dort Gefahr durch umherfliegende Dachziegel, umgestürzte Bäume und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen drohte. 


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