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Was hinter der neuen Studie steckt

Für viele Frauen gehört die Pille zum Alltag dazu. Doch während sie lange Zeit nur als Mittel zur sexuellen Befreiung gesehen wurde, werden heute immer häufiger ihre Nebenwirkungen diskutiert. Neben dem erhöhten Tromboserisiko soll im Beipackzettel bald sogar auf mögliche Nebenwirkungen wie Depressionen oder depressive Verstimmung und sogar Suizidgefahr hingewiesen werden. (Süddeutsche)

Nun hat ein Forschungsteam aus Greifswald und Rostock eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass Frauen, die die Pille einnehmen, schlechter komplexe Gefühle erkennen könnten als Frauen, die nicht hormonell verhüten. 95 Teilnehmerinnen zwischen 18 und 35 Jahren nahmen an der Studie Teil. 42 Frauen davon verhüteten mit der Pille, die anderen 53 Frauen nicht. Alle Teilnehmerinnen sollten anhand von Fotos komplexe Emotionen wie Stolz oder Entspannung erkennen. Die Frauen, die mit der Pille verhüteten, schnitten dabei um zehn Prozent schlechter ab als Frauen, die sie nicht einnahmen.

Das Ergebnis ist auf Grund der geringen Teilnehmerinnenzahl zwar mathematisch signifikant, da die Basis aber so gering ist, kann die Studie nur einen Hinweis auf weiter zu erforschende Zusammenhänge liefern.

Aber was will die Studie überhaupt untersuchen?

Die Ausgangsfrage: Verstehen Frauen, die mit der Pille verhüten, ihre Mitmenschen schlechter als andere? Wir haben mit Dr. Alexander Lischke über die Studie gesprochen. Er ist Leiter des Forschungsteams und arbeitet am Lehrstuhl für "Physiologische und Klinische Psychologie/Psychotherapie" der Universität Greifswald.

Warum haben Sie begonnen, den Zusammenhang zwischen der Emotionswahrnehmung von Frauen mit oder ohne Pille zu erforschen? 

Wir wussten schon lange, dass die beiden Zyklushormone Östrogen und Progesteron die Aktivität in Gehirnregionen beeinflussen, die für die Emotionswahrnehmung verantwortlich sind. Und wir wissen auch, dass die Pille gerade diese zwei Hormone beeinflusst. Die Hormonwerte von Frauen, die die Pille nehmen, unterscheiden sich von denen, die sie nicht nehmen. Deshalb war es für uns naheliegend zu untersuchen, ob es unter der Einnahme der Pille zu einer Veränderung der Emotionsverarbeitung kommt. Ob das Ergebnis der Studie aber tatsächlich an den Veränderungen der Hormonwerte liegt, können wir noch nicht mit Sicherheit sagen. Dafür ist eine Nachfolgestudie geplant.

Was sagt die Studie genau aus?

Frauen, die die Pille nehmen sind weniger gut im Erkennen von komplexen Emotionen als Frauen, die nicht die Pille nehmen.
Dr. Alexander Lischke

Dieser Unterschied wird vor allem dann deutlich, wen man ihn anhand emotionaler Ausdrücke untersucht, die grundsätzlich schwerer zu verarbeiten sind. Die Pille beeinflusst nicht generell die Emotionsverarbeitung, aber sie beeinträchtigt das Erkennen von sehr schwierig zu deutenden Ausdrücken.

Es gab zuvor schon Studien, bei denen dieser Effekt erkennbar wurde. Das waren aber eher Zufallsbefunde. Wir haben jetzt systematisch untersucht, ob es diesen Effekt wirklich gibt. Dazu haben wir Frauen, die die Pille nahmen und Frauen, die nicht die Pille nahmen, Gesichter gezeigt, die bestimmte Emotionen ausdrücken. Dabei handelt es sich um komplexe Emotionen, nicht um basale Emotionen. Komplexe Emotionen, wie beispielsweise Stolz oder Verarchtung, stellen Mischemotionen basaler Emotionen, wie zum Beispiel Freude, Angst oder Ärger, da. Die Frauen sollten dann jeweils angeben, welche komplexe Emotion durch ein Gesicht ausgedrückt wird. Hierbei zeigte sich, dass je schwieriger eine Emotion zu erkennen war, desto schwer fiel es den Frauen mit Pille im Vergleich zu den Frauen ohne Pille diese Emotion zu erkennen. Bei leicht zu erkennenden Emotionen zeigte sich kein Unterschied in der Emotionserkennung zwischen Frauen mit und ohne Pille. 

Nur knapp einhundert Frauen nahmen an der Studie teil und der Unterschied bei der Erkennung komplexer Emotionen lag bei zehn Prozent. Wie robust sind die Ergebnisse der Studie?

Wir haben vor der Durchführung der Studie eine so genannte Power-Analyse gemacht. Mit dieser Analyse kann man prüfen, ob die Anzahl der Teilnehmerinnen ausreichen würde, um bedeutsame Effekte zu entdecken. 

Laut der Poweranalyse war das der Fall, was nahelegt, dass die Ergebnisse der Studie robust sind. Dennoch sind weitere Studien, insbesondere mit größeren Stichproben notwendig, um abschließend beurteilen zu können, ob diese Effekte sich auch im Alltag der Frauen bemerkbar machen.    

Warum kann die Studie keine Aussagen über den Alltag von Frauen treffen, die mit der Pille verhüten? 

Hier muss man die Aussagekraft der Studie auf jeden Fall einschränken. Wir haben eine Einschränkung in der Emotionserkennung bei Frauen gefunden, die die Pille nehmen. Inwieweit diese Einschränkung auch mögliche praktische Konsequenzen hat, das sich im Verhalten wiederspiegelt, wissen wir noch nicht. 

Frauen werden durch die Pille nicht plötzlich zu emotionalen Zombies, denn so groß ist die Beeinträchtigung nicht.
Dr. Alexander Lischke

Wie sähe eine weitere Studie dazu aus?

Wir fragen uns: Wenn die Pille die Emotionsverarbeitung beeinträchtigt, würde das dann auch zu Missverständnissen und zu sozialen Interaktionen führen, die dann zu sozialen Problemen führen könnten? Auf lange Sicht möchten wir das untersuchen. Die Studie war sozusagen der erste Baustein dafür.

Sind alle Frauen, die die Pille nehmen davon betroffen? Und wie sieht es mit anderen hormonellen Verhütungsmethoden aus?

Wir haben uns unterschiedliche Pillen-Präparate angesehen und festgestellt, dass die Ergebnisse auf alle Präparate zutrafen. Über andere hormonelle Verhütungsmethoden können wir noch keine Aussagen treffen, weil wir es noch nicht getestet haben und weil die verschiedenen Verhütungsmittel auch unterschiedlich wirken.

Zurzeit wird über Warnungen im Beipackzettel der Pille zu psychischen Nebenwirkungen wie Depression oder Suizidgefahr diskutiert. Sind diese psychischen Nebenwirkungen genug erforscht?

Nein. Wir können auf der Grundlage unserer Studie die Richtlinien für die Verschreibung der Pille nicht sofort ändern. Dafür sind noch weiterführende Studien notwendig. Wir sind uns auch sehr darüber bewusst, dass die Pille vermutlich wesentlich mehr positive als negative Effekte hat. Deswegen muss man am Ende immer abwägen, ob es gerechtfertigt ist, die Pille so zu kritisieren. Unabhängig davon ist es aber natürlich wichtig, weitere Studien in diesem Bereich vorzunehmen. Insbesondere bei Langzeituntersuchungen gibt es Bedarf. Denn wenn man über zwanzig, dreißig Jahre in den körpereigenen Hormonhaushalt eingreift, kann es sein, dass es zu Veränderungen kommt, die sich auch auf das Verhalten, das Erleben und die Stimmung auswirken. Wir hoffen, dass unsere Studie andere Forscher auf das Thema aufmerksam macht, um zukünftig stärkere Aussagen über die Vor- und Nachteile der Pille treffen zu können.

 


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Auf in die Homedates! Das sind die besten Tweets zu Folge 7 von "Der Bachelor"

Die Wochen ziehen vorbei, die Rosen werden verteilt, die Tränen fließen. Also alles wie immer beim Bachelor. Der erste Schauplatz des Knisterns in dieser Woche: Mexiko. Dort waren Bachelor Andrej und die Kandidatinnen nämlich Campen. Um die Stimmung etwas aufzulockern, wurde sogar eine Schamanin mit ins Boot geholt. 

Der zweite Schauplatz: Die Häuser und Wohnungen der Kandidatinnen. Dort lernte der Bachelor bei den berühmten Homedates  die Familien kennen.

Natürlich passierte all das wieder vor den aufmerksamen Augen der Nutzerinnen und Nutzer bei Twitter.

Das sind die besten Tweets aus Folge 7 "Der Bachelor":