Bild: Christoph Schmidt/dpa
Was wir bislang wissen.

In Straßburg hat am Dienstagabend ein bewaffneter Angreifer drei Menschen getötet. Zwölf Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt, sechs von ihnen sehr schwer, teilte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner mit. Die Polizei ging von einem terroristischen Hintergrund aus. Der Täter war am Mittwochmorgen noch auf der Flucht.

Was wir über die Tat wissen:

  • Der Mann hatte nach Angaben der Präfektur gegen 20 Uhr nahe dem Weihnachtsmarkt von Straßburg das Feuer eröffnet. Nach den Angaben des Innenministers habe der Mann an drei verschiedenen Orten in der Stadt "Terror" verbreitet. 
  • Zwischen 20 und 21 Uhr habe er sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf die Polizei, der Mann sei vor seiner Flucht von Soldaten verletzt worden.
  • Weite Teile der Straßburger Innenstadt wurden über Stunden abgeriegelt. Menschen wurden dazu aufgerufen, die Innenstadt in Richtung Norden zu verlassen.
  • 350 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber seien an der Fahndung nach dem Täter beteiligt, weitere Kräfte seien auf dem Weg nach Straßburg, sagte Castaner.
(Bild: Christoph Schmidt/dpa)

Was ist über den Täter bekannt?

  • Der mutmaßliche Angreifer hätte einem Medienbericht zufolge eigentlich schon am Dienstagmorgen verhaftet werden sollen, war jedoch nicht zu Hause. Dem 29-Jährigen wurde demnach bereits versuchter Mord vorgeworfen. Nur Stunden vor den Schüssen seien bei der Durchsuchung seiner Wohnung Granaten gefunden worden, berichteten France Info und die Zeitung "Le Parisien".
  • Laut dem Innenminister war der Mann bereits wegen Delikten in Frankreich, Deutschland und der Schweiz verurteilt worden – allein in Frankreich 27 Mal. (SPIEGEL ONLINE)
  • Der Täter sei vom Inlandsgeheimdienst als Sicherheitsrisiko eingestuft gewesen, erklärte die Straßburger Polizeipräfektur. Über ihn sei ein sogenanntes "Fiche S" geführt worden, die höchste Stufe des Systems. In dieser Kategorie werden rund 26.000 Personen geführt. (SPIEGEL ONLINE)
  • Die Ermittler gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Zeugen des Anschlags haben den Angreifer "Allahu Akbar" (Gott ist größer) rufen hören, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz am Mittwoch in Straßburg. Er soll sich in Haft radikalisiert haben.

Was waren die Reaktionen?

  • Frankreichs Regierung ließ nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausrufen. Das bedeutet verstärkte Kontrollen an den Grenzen des Lands, auch Weihnachtsmärkte würden stärker kontrolliert, erklärte Castaner.
  • Präsident Emmanuel Macron berief in Paris eine Krisensitzung ein. Er beriet sich am frühen Mittwochmorgen unter anderem mit Premierminister Édouard Philippe und Verteidigungsministerin Florence Parly. "Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien", schrieb Macron auf Twitter.
  • "Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile", schrieb EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Die EU-Kommission stehe an der Seite Frankreichs. Straßburg sei eine symbolische Stadt für den Frieden und die europäische Demokratie: 
Werte, die wir immer verteidigen werden.
Jean-Claude Juncker
  • Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich auf Twitter "erschüttert über die schreckliche Nachricht" aus Straßburg. "Welches Motiv auch immer hinter den Schüssen steckt: Wir trauern um die Getöteten und sind mit unseren Gedanken und Wünschen bei den Verletzten. Hoffentlich gerät niemand mehr in Gefahr." 
  • Am deutsch-französischen Grenzübergang kontrollierte die Polizei am Abend Autos, die von Deutschland nach Frankreich fuhren, wie eine dpa-Reporterin berichtete. "Wir verstärken (...) aktuell die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze in diesem Bereich", teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg auf Twitter mit. Später twitterte sie, dass der Verkehr einer grenzüberschreitenden Straßenbahn eingestellt worden sei. "Sofern möglich vermeiden Sie bitte aktuell den Grenzübertritt im Bereich Kehl", hieß es weiter. 
  • Der Weihnachtsmarkt in Straßburg bleibt am Mittwoch geschlossen. Auch die kulturellen Einrichtungen der Stadt öffnen nicht, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. An Grundschulen und Vorschulen sollte kein Unterricht stattfinden.

Mit Material von dpa


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