In einer Metro im russischen Sankt Petersburg hat es eine Explosion gegeben. Mindestens elf Menschen starben, 45 weitere wurden verletzt (SPIEGEL ONLINE).

Was wir wissen:
  • Die Explosion ereignete sich in der U-Bahn zwischen den Stationen "Tekhnologichesky Institut" und "Sennaya Ploshchad" im Zentrum der Stadt (Russia Today).
  • Die Generalstaatsanwaltschaft geht von einem Terroranschlag aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.
  • Laut der Nachrichtenagentur Interfax ist der mutmaßliche Bombenleger von Überwachungskameras gefilmt worden.
  • Auf Bildern ist zu sehen, dass durch die Wucht die Waggontür aufgesprengt wurde:
  • Behördenmitarbeiter schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit, sagten sie der Zeitung "Vedomosti".
  • Sämtliche Stationen der Metro wurden geschlossen und evakuiert. Nach wenigen Stunden nahm die U-Bahnen wieder ihren Betrieb auf.
  • Eine zweite Bombe ist rechtzeitig entschärft worden.
  • Die Sicherheitsvorkehrungen in Sankt Petersburg sind nach dem Anschlag verstärkt worden – alle Metro-Zugänge werden noch bewacht.
Was noch unbestätigt ist:
  • Laut der Nachrichtenagentur Interfax soll es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben. Der verdächtige Mann soll 23 Jahre alt sein, aus Zentralasien kommen und radikal-islamistische Verbindungen haben. Er soll eine Splitterbombe im Rucksack getragen haben. (SPIEGEL ONLINE)
  • Die Angaben der Agentur Tass sollen ein Mann sowie eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert gewesen sein. (Deutschlandfunk)
  • Offiziell gibt es noch keine Einschätzung zu den Hintergründen der Explosion.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist gerade zu einer Tagung in Sankt Petersburg. Er legte am Montagabend Rosen an den Eingang der Metrostation "Technologisches Institut". Zur Theorie des Selbstmordanschlags sagte er nichts.

Nach dem Anschlag sprach US-Präsident Donald Trump mit Putin und sprach ihm Unterstützung bei der Aufklärung zu. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Angriff. (Deutschlandfunk)

Das Brandenburger Tor wurde am Montagabend nicht in den Farben Russlands angestrahlt. Der Grund sei, dass St. Petersburg keine Partnerstadt Berlins wäre, so der Berliner Senat. Nach Anschlägen wie etwa in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), Nizza und Jerusalem war das Tor aus Solidarität mit den Betroffenen in den Nationalfarben der Länder angestrahlt worden. (Berliner Zeitung)


Gerechtigkeit

Wer sich bei Amazon seltener krank meldet, bekommt mehr Geld
Was hinter der umstrittenen Idee steckt
Worum geht es?

Mitarbeiter in Amazon-Logistikzentren erhalten eine Prämie, wenn sie selten wegen Krankheit fehlen. An bislang fünf Standorten haben die Betriebsräte diesem System zugestimmt. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Wochenende darüber berichtet.

Wie genau funktioniert das?

  • Wer keinen Tag im Monat wegen Krankheit fehlt, der ist Gold-Mitarbeiter. Bei einem Tag gibt es den Silber-Status. Bei zwei Krankheitstagen schon Bronze.
  • Laut Süddeutscher Zeitung können die Angestellten ihr Bruttomonatsgehalt durch die Prämie um maximal zehn Prozent steigern.
  • Aber es geht noch weiter: Der eigene Krankheitsstatus wirkt sich auf das gesamte Team aus. Ist die ganze Abteilung seltener krank, bekommt jeder Einzelne mehr Geld.