Bild: dpa/Carsten Rehder
Gibt es einen Juso-Putsch von unten?

"Heute einmal ein Zwerg sein, um künftig wieder Riesen sein zu können" – mit diesen Worten hatte Juso-Chef Kevin Kühnert am Sonntag die SPD zum Aufstand gegen die Großen Koalition aufgerufen (bento).

Bei der Abstimmung auf dem Parteitag verloren die GroKo-Gegner. Doch auch die Befürworter konnten sich mit 56 Prozent GroKo-Zustimmung kaum wie Sieger fühlen. Doch wie es scheint, hat die SPD dennoch etwas gewonnen: Mitglieder.

Nach einer bento-Abfrage sind seit Sonntag mehr als 1500 Menschen neu in die SPD eingetreten:
Die Zahl der SPD-Mitgliedsanträge seit dem GroKo-Parteitag am Sonntag nach einer bento-Abfrage bei den Landesverbänden.

"Normalerweise haben wir 15 Beitrittserklärungen im Monat, jetzt waren es 30 in drei Tagen", sagte ein Sprecher der SPD in Mecklenburg-Vorpommern zu bento. Der Landesverband im Nordosten ist seit viele Jahren der kleinste in ganz Deutschland. Hier zählt jedes Mitglied. Wohl auch deshalb sollen die meisten der Anträge bereits bis zum Dienstagmittag bearbeitet worden sein.   

Doch auch in anderen Regionen verzeichnen die Sozialdemokraten seit drei Tagen starke Zuwächse. Während im Saarland in den drei Tagen 18 Anträge eintrudelten, waren es im benachbarten Rheinland-Pfalz mehr als 100. Eine Abfrage von bento in allen 16 Landesverbänden ergab: Auch viele andere Gliederungen verzeichneten überdurchschnittlich viele Neumitglieder. Allein im größten SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen waren es bis zum Dienstagmittag sogar mehr als 600. Insgesamt kamen so knapp 2.000 Neueintritte zusammen, wobei vor Ort abgegeben Papier-Anträge noch nicht gezählt wurden.

Die SPD hat in wenigen Tagen hunderte Neumitglieder gewonnen – doch sind sie für oder gegen die Groko?
Gekommen, um zu bleiben?

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, viele, vor allem junge Neumitglieder könnten nur eintreten, um eine Große Koalition zu verhindern und danach gleich wieder austreten. Der Sprecher des linken Flügel in der Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, sagte im ARD-Morgenmagazin: "Probleme habe ich, wenn suggeriert wird: Tretet ein, und dann könnt ihr auch abstimmen, und dann könnt ihr wieder austreten. Parteimitgliedschaft heißt, sich zu Grundwerten zu bekennen, und das ist entscheidend."

Juso-Putsch von unten gegen die Groko? Bislang sieht es nicht danach aus.

Doch bislang deutet wenig auf eine kurzfristige NoGroko-Kampagne hin. Kein Landesverband konnte bento auf Nachfrage von entsprechenden Ankündigungen berichten. In Rheinland-Pfalz betrug das Durchschnittsalter der rund 100 Neumitglieder nach Parteiangaben 46 Jahre – ein Juso-Putsch von unten deutet sich damit eher nicht an. Hinter vorgehaltener Hand sprechen Mitarbeiter davon, dass nach der letzten Groko-Abstimmung 2013 etwa neun von zehn Neumitgliedern dabei geblieben seien.

Neumitglieder stoppen teilweise Mitgliederschwund

Ohnehin sind die meisten Landesverbände vor allem froh über den Mitgliederzuwachs. In Sachsen-Anhalt hatte der Landesvorstand bereits im Herbst beschlossen, neuen Genossen zusätzliche Möglichkeiten zur Beteiligung zu geben. Seitdem sind fünf Neumitglieder zusätzlich Teil der internen Arbeitsgruppe "SPD Erneuern", die ansonsten vor allem von den alteingesessenen Ortsvereinsmitgliedern getragen wird, so ein Sprecher. 

Viele Landesverbände berichten zudem davon, bereits seit dem "Schulz-Hype" im vergangenen Frühjahr zu wachsen. In Hessen hatte der Zuwachs im vergangenen Jahr sogar dafür gesorgt, die seit langem sinkenden Mitgliederzahlen wieder zu stabilisieren. "Das hatten wir wahrscheinlich seit Jahrzehnte noch nicht", heißt es aus der verdutzten Landesgeschäftsstelle. "Wir hatten uns darauf eingerichtet, weniger zu werden. Jetzt sind wir ein paar hundert mehr." 

Warum Schulz sich trotzdem nicht freuen kann

Die eigentlich wichtigste Frage kann allerdings bislang niemand beantworten: Wird die SPD-Basis einer erneuten Großen Koalition zustimmen? Antwort darauf werden die Sozialdemokraten vermutlich erst in einigen Wochen wissen, wenn alle SPD-Mitglieder über den ausgehandelten Koalitionsvertrag abstimmen dürfen.

Wer ist der Mann, der die Groko noch verhindern will?


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